Wolfgang Bauer
Wolfgang Bauer bei der Arbeit auf dem elterlichen Bauernhof. Auch das Bedienen der Landmaschinen ist mit der KI-gesteuerten Handprothese gut machbar.
Sebastian Arlt
Leben mit Prothese
Das ist seine neue Hand. Die kann was!
Wolfgang Bauer hat seinen rechten Unterarm in einem Häcksler verloren. Dank starkem Willen und neuer Prothesentechnik führt der Landwirt heute trotzdem den Milchviehbetrieb seiner Eltern
Aktualisiert am 27.04.2026
7Min

Als er nach der Operation aufwacht, sieht Wolfgang Bauer als Erstes seine Mutter. Er hört das Piepsen des EKGs und sieht, wie das Licht an der Decke flackert. Der junge Landwirt aus Oberbayern zieht die Bettdecke weg: Statt seiner Hand sieht er dort einen einbandagierten Stumpf. Rund sechs Stunden zuvor war sein rechter Unterarm bei einem Arbeitsunfall von einem Häcksler abgerissen worden. Bauer verdreht die Augen, schließt sie und reißt sie wieder auf. "Eine Prothese muss her!", sagt er zu seiner Mutter. Aufgeben – das kommt für den 20-Jährigen nicht infrage.

"Als mir klar wurde, dass meine Hand verloren ist, wollte ich sofort eine Prothese", sagt Bauer heute. "Das Leben muss ja weitergehen." Zehn Jahre ist der Unfall mittlerweile her. Bauer sitzt auf der Terrasse seines Hauses und schaut seiner zweijährigen Tochter Emily beim Munterwerden zu. Gerade hat sie noch ihren Mittagsschlaf gehalten.

In den Jahren seit seinem Arbeitsunfall hat sich Bauer hier in Dorfen, knapp eine Stunde von München entfernt, ein schönes Leben aufgebaut: Er ist verheiratet, hat neben dem elterlichen Hof ein großes Haus für seine Familie gebaut, den Landwirtschaftsmeister gemacht und den Milchviehbetrieb der Eltern übernommen. Ein Leben, wie er es sich immer gewünscht hat. Mit einer Ausnahme: Seine rechte Hand fehlt.

"Ich hatte extreme Schmerzen"

Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Prothese. Sie hat seine Hautfarbe, die Finger sind durch die Arbeit auf dem Hof dreckig und verschmiert. "Das ist meine Arbeitshand", sagt er. Für Restaurantbesuche oder Hochzeiten hat er noch eine schönere. Die Prothesen werden durch ein Vakuum und ein Band an seinem Unterarmstumpf gehalten. Mehr als der Stumpf ist von seinem Arm nicht übriggeblieben.

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