Engagement gegen rechts
Max allein gegen Nazis
In einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt bekommen "Querdenker" und Rechtspopulisten Gegenwind - von einem 16-Jährigen
Max vom Instagramaccount maximal.demokratisch in seiner Heimatstadt Bad Dürrheim, 14.05.2025
Stella Weiß
Anna Schneider
09.07.2025
8Min

Kühler Wind weht über den Marktplatz von Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt. Typisch kleinstädtisch wirkt der menschenleere Platz mit Asia-Imbiss, Nagelstudio und Pflegedienst im Hintergrund. Doch für Max änderte sich hier im April 2025 so gut wie alles. "Als ich vor kurzem hier saß, hat mich jemand aus dem Auto heraus eine gefühlte Ewigkeit angeschaut – und sich im Weiterfahren nach ein paar Metern noch einmal umgedreht. Da wurde mir schon mulmig."

Von Drohanrufen und Hassnachrichten erzählt der Jugendliche, der seinen Nachnamen aus Sicherheitsgründen für sich behält, und davon, dass er zwischenzeitlich sogar nicht zu Hause geschlafen hat. Die Polizei habe ihm dazu geraten. Und das alles wegen eines Videos, das nur durch Zufall entstanden ist.

Am 21. April 2025 entscheidet sich Max, eine Rede bei der montäglich stattfindenden "Querdenker"-Demo auf dem Marktplatz in Bad Dürrenberg zu halten. Als Auslöser nennt Max einen Post in der lokalen "Querdenker"-Gruppe, in dem das Video einer Holocaust-Leugnerin geteilt wurde. Konsequenzen habe das nicht gehabt. Er entschied sich zu einer Gegenrede, ein Video seines Auftritts ging viral. "Ich dachte, wenn Menschen jetzt straffrei den Holocaust leugnen dürfen, ist eine Grenze erreicht. Dann muss ich Widerspruch leisten."

Max setzt sich am Vormittag des 21. April an seinen Schreibtisch und schreibt. Er hat Zweifel, will den Demoteilnehmenden nicht unnötig viel Aufmerksamkeit geben. Und doch macht er sich gegen 17 Uhr auf den Weg – und greift sich das Mikrofon.

chrismon Spendenabo doppeltgut
doppeltgut
Digitales Spendenabo abschließen und weiterlesen

4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.

Die Kommentarfunktion ist nur noch für registrierte Nutzer verfügbar. Um einen Leserkommentar schreiben zu können, schließen Sie bitte ein Abo ab, schreiben Sie uns eine Mail an leserpost@chrismon.de oder diskutieren Sie auf Instagram, Facebook und LinkedIn mit.