Langzeitbeziehungen
Wenn Liebe Alltag wird
Eine Langzeitbeziehung beginnt nicht erst nach Jahrzehnten – sondern in dem Moment, in dem Unterschiede sichtbar werden. Warum genau darin die Chance liegt, erklärt die Therapeutin Ursula Nuber im Interview
Silhouette einer Familie auf einem Tandem am Meer, Seitenansicht
Die besondere Qualität von Langzeitbeziehungen liegt darin, dass man sich geborgen fühlt
Greg Pease/Getty Images
Erik HlacerPicturePeople
30.08.2026
7Min

Frau Nuber, Sie haben den Fallstricken in Langzeitbeziehungen ein ganzes Buch gewidmet. Ab wann ist eine Beziehung eigentlich eine Langzeitbeziehung?

Ursula Nuber: Die meisten denken dabei vermutlich an alte Paare, die ihr goldenes Hochzeitsjubiläum feiern. Für mich beginnt eine Langzeitbeziehung aber viel früher – nämlich dann, wenn die Liebe Alltag wird. In dieser Phase merkt man, dass der Partner oder die Partnerin tatsächlich ein anderer Mensch ist, mit eigenen Gewohnheiten, Bedürfnissen und Vorstellungen vom Leben.

Diese Unterschiede müssen Paare aushandeln: Was will ich? Was willst du? Womit kann ich leben – und womit nicht? Solche Fragen tauchen zum ersten Mal auf, wenn die Verliebtheit nachlässt. Und sie verschwinden auch später nicht mehr. Sie begleiten Paare im Grunde durch ihr ganzes gemeinsames Leben.

Sie sprechen von Unterschieden, die Paare aneinander bemerken. Welche Unterschiede meinen Sie konkret?

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