Rechtsextremismus
Mein Nachbar, der Nazi
Im Stadtteil Kray in Essen verbünden sich alte Neonazikader mit rechtsradikalen Jugendlichen – eine explosive Mischung. Aber auch der Widerstand vernetzt sich
Foto links: Die historischen Häuser in der Marienstraße sind bunt.
Foto rechts: Hinter dem braunen Toreingang, der einen Spalt offen steht, ist in einem tristen Hintergebäude die Landeszentrale der als verfassungsfeindlich eingestuften Partei "Die Heimat"
Bunt und schmuck herausgeputzt sind die Fassaden der Marienstraße in Essen-Kray. Doch in einem tristen Hinterhaus hat sich dort die rechtsextreme Partei "Die Heimat" eingerichtet - und organisiert von hier aus regelmäßig Märsche alter und junger Neonazis
Lukas Zander für chrismon
Teseo La MarcaPrivat
26.08.2026
10Min

Auf den ersten Blick ist die Marienstraße in Essen-Kray eine gewöhnliche Ruhrpottstraße. Dort gibt es eine Eckkneipe und einen großen Kinderspielplatz, ein Stück weiter auch ein Bordell, aber diskret. Die historischen Häuser sind bunt, tragen Erker und Fassaden im Jugendstil. Langjährige Bewohner der Marienstraße sagen, dass sie sich hier wohlfühlen.

Zumindest bis vor kurzem.

Denn da ist auch dieser unscheinbare Toreingang, dahinter ein tristes zweistöckiges Hintergebäude, mit billigen, zugezogenen Gardinen vor den Fenstern. In der Einfahrt kleben Sticker auf der Wand: "Raus aus der EU" und "Massenzuwanderung stoppen".

Seit 2012 hat hier die vom Bundesverfassungsgericht als verfassungsfeindlich eingestufte Partei "Die Heimat" ihre Landeszentrale. Die Partei, die vielen noch als "Nationaldemokratische Partei Deutschland" (NPD) bekannt ist, zählt deutschlandweit etwa 2500 Mitglieder und ist damit die größte neonazistische Partei in der Bundesrepublik.

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