Ebolaepedemie im Kongo
Wie 17-Jährige gegen Ebola kämpfen
Noch nie hat sich ein Ebolavirus so rasch verbreitet wie seit Mai 2026 im Kongo. Ein Grund: Fake News. Dagegen bildet die NGO Save the Children junge Leute fürs Radio aus, denn ihnen hören die Menschen zu
Junger Radiomoderator, der über Ebola aufklärt
Josué Sumbuso ist 17 Jahre und moderiert bei "Radio Télévision Mon Bleu" im Kongo Aufklärungssendungen über Ebola
Save the Children
Tim Wegner
12.10.2026
2Min

Wenn der 17-jährige Josué Sumbuso im Radio erklärt, woran das Ebolavirus frühzeitig zu erkennen ist, dann hören seine Landsleute zu. Er weiß, wie sie hier leben, kennt ihre Gebräuche, ihre Rituale, ihren Alltag. Und so warnt er eindringlich: etwa vor der liebevollen Leichenwäsche. Denn auch dadurch lässt sich das Fieber übertragen. Diese Radiosendungen der jungen Leute helfen.

Ebola ist ein tödliches Virus, benannt nach dem Fluss Ebola im Kongo, in dessen Nähe es 1976 zum ersten Mal erkannt wurde. Seither sind Zehntausende Menschen an der Krankheit gestorben. Am 15. Mai dieses Jahres wurde ein neuer Ausbruch gemeldet. In der Republik Ituri, im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo.

Katharina von Schroeder arbeitet für die NGO Save the Children, ihr Schreibtisch steht in Nairobi, Kenia. Dort erreichte sie wenige Tage vor der offiziellen Verkündung des Ausbruchs der Anruf eines erfahrenen Kollegen aus Ituri: "Katharina", sagte er, "das wird ernst, sehr ernst." Und er behielt recht. Im September 2026 zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 7890 Krankheitsfälle, 3799 Tote. Längst sind auch andere Regionen des Landes betroffen. Noch nie zuvor, so die Fachwelt, habe sich Ebola so schnell ausgebreitet.

Katharina von Schroeder hat als Dokumentarfilmerin im Sudan gelebt, ist heute für Save the Children oft im Kongo und kennt die Gründe für die außergewöhnliche Schwere des aktuellen Ausbruchs: eine zunächst falsch erkannte Virusvariante, für die es bisher keinen Impfstoff gibt. Der gerade im Osten des Kongos immer noch wütende Bürgerkrieg. Und eine große Unwissenheit: Schon Monate vor der offiziellen Bekanntgabe im Mai 2026 habe es Krankheitsfälle in der Region gegeben. Aber anstatt sofort zu handeln, wurde von Malaria oder Typhus gesprochen. Gerüchte gingen um: dass die WHO mal wieder Fake News verbreite, um Geschäfte mit einem Impfstoff zu machen ...

Auch deshalb finanziert und organisiert Save the Children die Ausbildung von jungen Leuten zu Radiomoderator*innen. "Aufklären, aufklären, aufklären", nennt Katharina von Schroeder die Maxime. Den Jugendlichen würden die Menschen glauben.

Weltweit kürzen die Industrieländer ihre Entwicklungsgelder. In den betroffenen Provinzen im Kongo fehlt es an Ärzten, Krankenschwestern, Isolierstationen, Medikamenten. Die Not ist entsetzlich. Eltern sterben, ihre Kinder bleiben allein zurück. Save the Children hat sein Personal im Kongo aufgestockt und kümmert sich in Notzentren auch um diese Kinder. Es ist ein verzweifelter Kampf gegen die Zeit.

Spendeninfo

Save the Children ist die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt und in rund 100 Ländern aktiv. Mit 100 Euro ermöglichen Sie zum Beispiel den Bau einer Waschstation an einer Schule im Ebolagebiet.

Spendenkonto bei der Sozialbank:
IBAN: DE96 3702 0500 0003 2929 12

Spendenstichwort: chrismon

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