chrismon: Sie forschen zu romantischen Beziehungen zwischen Menschen und Chatbots. Kann man sagen, wie verbreitet dieses Phänomen inzwischen ist?
Jessica Szczuka: Es gibt zwei aktuelle Untersuchungen aus den USA mit jeweils 3000 bis 5000 Personen im Sample, also nicht klein. Die eine Studie sagt, dass 16 Prozent der Singles zumindest mal ausprobiert haben, KI als romantischen Partner einzusetzen. Die andere Studie kommt sogar auf 18 Prozent – also knapp jeder Fünfte. Das waren Zahlen, die mich sehr überrascht haben. Zumal das ja nur die waren, die es auch zugegeben haben. Ich denke, dass da potenziell noch mehr Menschen sind, die das in irgendeiner Form zumindest mal ausprobiert haben. Insofern ist es definitiv ein Phänomen, das existiert.
Sie und Ihre Forschungsgruppe haben Menschen befragt, die eine romantische Beziehung mit einem Chatbot führen. Über welche Programme reden wir dabei eigentlich?
Man muss da unterscheiden. Es gibt die großen, allgemeinen KI-Modelle wie ChatGPT oder Claude – das sind sogenannte "General Purpose"-Systeme. Die können zwar in der Ich-Form sprechen, sind aber nicht darauf ausgelegt, eine feste Persönlichkeit zu verkörpern.
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