Einmal, als mein Ex-Freund mich fragte, ob ich am Abend mit ihm zu einem Tischkickerturnier gehen wolle, hatte ich vor Wut Tränen in den Augen. Ich hatte mich auf einen ruhigen Abend in unserem Airbnb-Zimmer mit Snacks und einem Film gefreut. Aber statt Nein zu sagen, sagte ich: "Können wir schon machen."
Danach antwortete ich nur noch einsilbig.
Beim Kickerturnier bekam ich von den Männern ungefragt Tipps, andere lobten, dass ich gar nicht schlecht spielte "für eine Frau". Ich fühlte mich den ganzen Abend unwohl. Für mich war klar, wer schuld daran war. Am nächsten Tag sprach ich kein Wort mit meinem Freund. Einer unserer vier Urlaubstage war damit gelaufen.
Den Urlaub machten wir vier Monate vor unserer Trennung. Das war nicht das erste Mal, dass ich darüber nachdachte, was für ein Arschloch ich in Beziehungen sein konnte. Nicht nur ein bisschen pieksig oder frech, sondern ein absolutes Riesenarschloch.
Mal nervte mich, wie er mit mir sprach, mal, wie viel Aufstrich er sich aufs Brot schmierte oder wie er tanzte. Ich fühlte mich in solchen Momenten gefangen in meiner Genervtheit. Meine Beziehung fühlte sich dann an, als sei sie Arbeit, als würde sie mir meine Energie aus dem Körper ziehen.
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