Am Ende einer schmalen Landstraße in Rees-Bienen steht ein hundert Jahre altes Haus mit dunkelroten Klinkern. Dort wohnen zwei Menschen, deren Geschichte einen wieder an schicksalhafte Liebe glauben lässt.
Ingrid Arendsen macht die Tür auf, ihr Mann Arnold steht neben ihr. Beide sind 73 Jahre alt. Wie eine feste Einheit stehen sie dort im Türrahmen und winken hinein.
Sie sind seit einem halben Jahrhundert verheiratet.
Ingrid Arendsen serviert Tee in Tassen von Villeroy & Boch aus den Siebzigern, einst ein Aussteuergeschenk, sagt sie. An den Wänden hängen alte Bilder von Eisvögeln, auf dem Beistelltisch steht der Kopf einer Holzeule und auf dem Sofa liegt ein Kissen mit einem Wolfprint, der grimmig daher schaut. "Die sind friedlicher als Menschen", sagt Frau Arendsen.
Ob Kerzenhalter oder Fernbedienung, jeder Gegenstand hat ein kleines Unterdeckchen, auf dem er steht. Die Blumentöpfe am Fenster sind symmetrisch angeordnet. Durch das Fenster sieht man einen Teich, davor getrimmte Hecken. Das Zuhause der Arendsens wirkt genau wie sie: vollkommen aufgeräumt.
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