chrismon: Ihr neues Buch heißt "Generation Dating Burnout". Das ist ja ein Begriff, den man aus der Arbeitswelt kennt. "Ausgebrannt sein", das ist für mich ganz weit vom Dating entfernt. Wieso haben Sie diesen Begriff gewählt?
Michael Nast: Das Phänomen, das ich beschreibe, habe ich selbst gespürt. Es war weniger ein Erschöpfungsgefühl. Vielmehr habe ich gemerkt, dass ich gar keine Erwartungen mehr an ein Happy End beim Dating hatte. Dadurch ist der eigentliche Sinn verloren gegangen. Ich hatte schon schöne Dates, aber danach keinen Impuls, mich zu melden. Das ist mehrfach passiert. Dann habe ich angefangen zu recherchieren und gemerkt: Es gibt einen Begriff dafür: Dating-Burn-out. Allerdings wird der meist aufs Onlinedating bezogen. Ich glaube aber, das Internet ist nur eine Verdichtung dessen, was ohnehin passiert. Es macht Entwicklungen sichtbarer.
Also eine Art Spiegel?
Ein ungeschönter Spiegel. Auch Kommentare im Internet zeigen ziemlich gut das Psychogramm unserer Gesellschaft. Da arbeiten sich Menschen an ihren eigenen Verletzungen und Neurosen ab. Im Onlinedating hat sich das Dating-Burn-out also nur früher gezeigt.
4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.
Dieser Text ist Teil unseres kostenlosen Newsletters "Bei aller Liebe". Wir erzählen darin von besonderen Paaren, geben Tipps für den Beziehungsalltag und liefern neueste Erkenntnisse aus der Paartherapie. Immer sonntags. Anmelden können Sie sich hier.







