Modepsychologie
Bunt macht glücklich
Kleidung sendet Signale – nach außen wie nach innen. Die Modepsychologin Dawnn Karen weiß, wie wir durch das, was wir anziehen, unsere Stimmung beeinflussen können. Und sogar Traumata verarbeiten
Zwei moderne junge Menschen, bekleidet mit folkloristischen Umhängen tanzen ausgelassen miteinander.
Ob wir uns fröhlich oder niedergeschlagen fühlen: Unsere Kleidung kann das mitbeeinflussen
plainpicture / DEEPOL / Westend61
Anna Chiara DoilPrivat
28.07.2026
9Min

chrismon: Sie haben den Begriff "Dopamine Dressing" geprägt. Was ist damit gemeint?

Dawnn Karen: Es bedeutet, sich so zu kleiden, dass die Kleidung das eigene Wohlbefinden positiv beeinflusst. Wenn ich also einen schlechten Tag habe und dann ein farbiges Kleidungsstück oder auch nur ein farbiges Accessoire trage, kann das dazu führen, dass das Gehirn – ähnlich wie beim Sport – mehr Dopamin ausschüttet und ich mich besser fühle.

Den Begriff "Dopamine Dressing" habe ich während der Pandemie entwickelt, als die Menschen zu Hause waren und sich nach Abwechslung sehnten. Der Begriff ging auf Social Media viral: Plötzlich sah man unter dem Hashtag #dopaminedressing überall Menschen in knalligen Farben und fröhlichen Mustern.

Kleider machen also nicht nur Leute, sondern auch Laune. Funktioniert das auch in entgegengesetzter Richtung, sagen wir, wenn ich innerlich aufgewühlt bin und mich ruhiger fühlen möchte?

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