Vorgetäuschte Liebe
Wie "Loverboys" Mädchen in die Prostitution locken
"Loverboys" täuschen einsamen Mädchen die große Liebe vor - und bringen sie dazu, sich zu prostituieren. So können Lehrer und Eltern Kinder davor schützen
Sogenannte "Loverboys" reißen Mädchen in der Pubertät aus ihrem sozialen Umfeld und bringen sie durch manipulative Techniken in die Prostitution
Svea Öhlschläger für chrismon
Anja Meyer
17.06.2026
7Min

Es ist ein perfides Verbrechen, das vermutlich jeden Tag in Deutschland begangen wird: Sogenannte Loverboys spielen meist jungen Mädchen die große Liebe vor und versprechen ihnen eine wunderschöne Zukunft, die Erfüllung aller Wünsche, ein Leben auf rosaroter Wolke.

Doch der Traum erweist sich bald als brutaler Alptraum. Denn Loverboys haben nur ein Ziel: Sie machen junge Frauen von sich abhängig und nötigen sie zur Prostitution. Dazu nutzen sie die psychische Instabilität und Unsicherheit von Minderjährigen während der Pubertät aus und unterbinden den Kontakt zum sozialen und familiären Umfeld.

Katharina* wurde von ihrer vermeintlichen großen Liebe mehr als zehn Jahre lang ausgebeutet und musste sich in diesen Jahren an die schier unvorstellbare Zahl von 25.000 Männern verkaufen. Zehn bis 20 Männer pro Tag sind "normal", Katharinas trauriger Rekord lag bei 42 Freiern, ausgerechnet an Heiligabend. Über eine Million Euro hat der Täter allein mit ihr eingenommen.

Mit Frauenkörpern kann man in Deutschland einfacher und risikoloser Geld verdienen als mit Drogen oder Waffen: Eine Waffe lässt sich nur einmal zu Geld machen; wer mit Kokain oder anderen Substanzen erwischt wird, hat ein Problem. Frauen und Mädchen wie Katharina können jahrelang ausgebeutet werden, nahezu gefahrlos, da sie in der Regel nicht gegen ihre große Liebe aussagen.

Lesetipp: Interview mit dem schwedischen Polizisten Simon Häggström über Prostitution

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