Es ist ein perfides Verbrechen, das vermutlich jeden Tag in Deutschland begangen wird: Sogenannte Loverboys spielen meist jungen Mädchen die große Liebe vor und versprechen ihnen eine wunderschöne Zukunft, die Erfüllung aller Wünsche, ein Leben auf rosaroter Wolke.
Doch der Traum erweist sich bald als brutaler Alptraum. Denn Loverboys haben nur ein Ziel: Sie machen junge Frauen von sich abhängig und nötigen sie zur Prostitution. Dazu nutzen sie die psychische Instabilität und Unsicherheit von Minderjährigen während der Pubertät aus und unterbinden den Kontakt zum sozialen und familiären Umfeld.
Katharina* wurde von ihrer vermeintlichen großen Liebe mehr als zehn Jahre lang ausgebeutet und musste sich in diesen Jahren an die schier unvorstellbare Zahl von 25.000 Männern verkaufen. Zehn bis 20 Männer pro Tag sind "normal", Katharinas trauriger Rekord lag bei 42 Freiern, ausgerechnet an Heiligabend. Über eine Million Euro hat der Täter allein mit ihr eingenommen.
Mit Frauenkörpern kann man in Deutschland einfacher und risikoloser Geld verdienen als mit Drogen oder Waffen: Eine Waffe lässt sich nur einmal zu Geld machen; wer mit Kokain oder anderen Substanzen erwischt wird, hat ein Problem. Frauen und Mädchen wie Katharina können jahrelang ausgebeutet werden, nahezu gefahrlos, da sie in der Regel nicht gegen ihre große Liebe aussagen.
Lesetipp: Interview mit dem schwedischen Polizisten Simon Häggström über Prostitution
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Wer hilft mir bei sexuellem Missbrauch?
Das Hilfetelefon ist unter der kostenlosen Nummer 0800 22 55 530 erreichbar:
Montags, mittwochs, freitags: 9 bis 14 Uhr
Dienstags, donnerstags: 15 bis 20 Uhr
Für Menschen, die lieber schreiben als sprechen, gibt es eine Onlineberatung für Jugendliche und Erwachsene. Diese ist vertraulich und datensicher. Das Hilfe-Telefon und die Onlineberatung werden von der Unabhängigen Bundesbeauftagten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gefördert und vom Verein N.I.N.A. betrieben.
Rat und Hilfe finden Betroffene auch beim Frauenhilfetelefon unter 08000 116 016 oder unter www.frauen-gegen-gewalt.de, dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.
Das zentrale Bundesportal hilfe-portal-missbrauch.de bietet eine deutschlandweite Datenbank mit spezialisierten Beratungsstellen, Informationen zu Krisendiensten, Therapeuten und Anwälten, umfassende Informationen zu Themen wie Hilfe in Krisen, Beratung, Therapie, Recht und finanzielle Hilfen.
Die Beraterinnen sind psychologisch und pädagogisch ausgebildet und verfügen über langjährige Erfahrung. Sie bieten vertrauliche Gespräche, in denen sie zuhören, beraten und auf Wunsch Hilfsangebote vor Ort vermitteln.






