Weltweit gibt es viele skurrile Oster-Traditionen, wie die Wasserschlacht, die in Polen seit Jahrhunderten zu Ostern stattfindet
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Acht skurrile Osterbräuche
Wo der Osterhase Pause hat
An Ostern schon mal einen Hering begraben? Wir zeigen die acht ungewöhnlichsten Osterbräuche aus anderen Ländern
Privat
02.04.2026
4Min

Australien: Keine Lust auf Osterhasen

In Australien hat ein kleines Beuteltier dem Osterhasen den Rang abgehoppelt: der Bilby. Die passenden Löffelohren besitzt der Oster-Bilby schon mal. Sein Vorteil: ein Beutel für den Ei-Transport. Weil Kaninchen in Australien eine Plage sind, haben die Australier so gar keine Lust auf den Osterhasen. Stattdessen stehen überall Schoko-Bilbys in den Supermärkten.

Lettland: Schaukeln und verbrennen

In Lettland schaukeln an Ostern nicht nur kleine Kinder, sondern auch Erwachsene. Dafür stellen die Letten riesige Holzschaukeln auf öffentlichen Plätzen auf. Das Schaukeln ist angeblich ein Allheilmittel: Es soll das Vieh gesund halten, die Ernte sichern und vor Mückenstichen schützen. Ob das die Mücken interessiert? Damit sich die Magie entfalten kann und sich keine bösen Hexen über die Schaukeln hermachen, müssen diese nach Ostern verbrannt werden.

Irland: Wut auf Heringe

Ein Begräbnis für einen Fisch? Während der Fastenzeit aßen die Iren früher überwiegend Heringe. An Ostern hatten sie diese satt und so entlud sich ihre Wut an einem Hering, der durch die Stadt getragen wurde. Die Iren beschimpften, peitschten und schlugen den Fisch mit Ruten. Am Ende der Prozession "beerdigten" sie ihn: Dafür wurde der Hering im Fluss, im See oder im Meer versenkt. Heutzutage gerät dieses Ritual immer mehr in Vergessenheit.

Schottland: Eier auf Talfahrt

In Schottland und England rollen die Menschen an Ostern Eier eine abschüssige Straße oder einen Hügel hinunter. So lange, bis die Schale kaputtgeht. Gewonnen hat das Ei, das am weitesten gekommen ist, ohne zu zerbrechen. Das Rollen steht für das Wegräumen des großen Steins vor Jesu Grab. Der Rekord soll bei 100 Metern liegen.

Eierrollen in Schottland

Bulgarien: Ei gegen Ei

In Bulgarien nehmen die Menschen am Ostersonntag ein hart gekochtes Ei mit in die Kirche. Sobald der Gottesdienst vorbei ist, entbrennt eine Eierschlacht. Dabei werden die Eier mit den Spitzen aneinandergeschlagen. Gewonnen hat, wer als Letzter ein heiles Ei in der Hand hält. Auf ihn wartet angeblich ein Jahr voller Glück und Gesundheit. Das Osterei steht im Christentum einerseits für den Tod Christi: Es ist leblos und kalt wie ein Grab. Die Schale war früher rot gefärbt, um das Blut Jesu zu symbolisieren. Andererseits wächst aus seinem Inneren neues Leben. Das Ei weist damit auf Jesu Auferstehung am Ostermorgen hin.

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Bermuda: Drachen am Strand

Zu Ostern pilgern in der Karibik alle an die Strände, um ihre selbst gebauten farbenfrohen Drachen zu präsentieren. Teilweise gibt es Wettbewerbe, um den besten und schönsten Drachen zu küren. Die Tradition soll auf einen Priester zurückgehen, der den Schülerinnen und Schülern der Sonntagsschule zeigen wollte, wie Jesus nach der Auferstehung in den Himmel aufgefahren ist. Wer selbst einen Original-Bermuda-Drachen bauen möchte, findet die Anleitung unter "Bermuda kite" im Netz.

Polen: Wasser marsch!

Am Ostermontag wird es nass in Polen. Bei der wilden Wasserschlacht ist jedes Mittel recht: Eimer, Wasserbomben, Spritzpistolen – und wenn ein See in der Nähe ist, werden andere samt Klamotten hineingeworfen. Traditionell machten vor allem Männer Frauen nass. Das Begießen mit Wasser sollte zeigen, dass ein Mann Interesse an einer Frau hat. Inzwischen schlagen die Frauen zurück und bewaffnen sich ebenfalls mit Eimern und Wasserpistolen. Ursprung der Tradition könnte die Taufe des polnischen Herzogs Mieszko I. sein. Er soll am Ostermontag 966 n. Chr. zum Christentum konvertiert sein. Das Benetzen mit Taufwasser scheint das nasse Osterritual beeinflusst zu haben.

Schweden: Verkleidet als Hexen

In Schweden sind an Ostern die Hexen los. Kinder verkleiden sich mit Schürze und Kopftuch, ziehen mit Körbchen um die Häuser und betteln um Süßigkeiten. Im Gegenzug verteilen sie Ostergrüße und selbst gemalte Bilder. Dresscode: Nichts darf zusammenpassen. Zudem werden die Kinder mit roten Wangen und Sommersprossen geschminkt. Der Brauch geht auf die Legende zurück, dass an Gründonnerstag die Hexen auf Besen auf den Blåkulla flogen, um mit dem Teufel den Hexensabbat zu feiern. Auf dem Weg entführten sie Kinder.

Verkleidete Kinder in Schweden

Was wird an Ostern eigentlich gefeiert?

An Ostern gedenken Christen der Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz. Sie feiern den Sieg des Lebens über den Tod – und das immer am ersten Frühlingsvollmond, also frühestens am 22. März und spätestens am 25. April. Ostern ist das höchste christliche Fest – und nicht Weihnachten.

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