Brustkrebs
Was sage ich zu jemandem, die Krebs hat?
Die Hamburger Fotografin Pia Pritzel, 38, hat Brustkrebs – und erzählt hier jeden Dienstag in ihrer Bildserie, wie es ihr gerade geht
Zuwendung, Zuspruch und Situationen während der Erkrankung
Glücksbringer, Karten, Berührung - ein Sammelsurium an Zuwendung: Das kann manchmal helfen und manchmal überfordern - für den Umgang mit Krebskranken gibt es kein Schema F
Pia Pritzel
Im Gartenprivat
27.01.2026
2Min

In der ersten Folge der Serie stellt sich Pia vor. Lesen Sie hier.

Alle weiteren Folgen finden Sie auf dieser Themenseite.

Krebs verunsichert. Nicht nur die Kranken selbst, sondern auch ihr Umfeld. Das Thema ist ungemütlich, macht uns Angst. Wir fragen uns: Was kann ich sagen? Soll ich meine Hilfe anbieten? Was ist zu viel? Was zu wenig?

Und so eiern wir um die Person rum, immer mit dem Gefühl, nicht genug da zu sein oder was falsch zu machen.

Im Gartenprivat

Pia Pritzel

Pia Pritzel, geboren 1987, ist Mutter und Fotografin aus Hamburg. Sie ist an Brustkrebs erkrankt und erzählt hier und als @pia_pritzel auf Instagram von Diagnose, Behandlung, Heilung, von Schönem und von Schrecklichem. Die meisten Fotos ihrer Serie "Cancer me softly" sind von ihr selbst gemacht, analog.

Nun bin ich selbst von Krebs betroffen. Kann ich dir deswegen eine Anleitung geben, wie man sich gegenüber Krebserkrankten verhält? Nein!

Denn so individuell der Krankheitsverlauf, genauso individuell ist der / die Erkrankte.

Vor ein paar Wochen noch habe ich sehr viel FreundInnenzeit gebraucht, aktuell habe ich keine Kraft für einen Austausch und brauche dafür Verständnis.

An einem Tag finde ich es supercool, wenn mich jemand in der Öffentlichkeit auf die Krankheit anspricht. Am nächsten Tag will ich nichts vom scheiß Krebs hören. Also bitte frag nicht.

Sätze wie ‚Du bist so stark‘ können an manchen Tagen beflügelnd sein, an anderen Tagen will ich einfach nur zurückbrüllen: Ich will nicht stark sein, ich habe keine andere Wahl!‘

Krebs und die dazugehörige Therapie bedeuteten für die meisten Erkrankten ein ständiges Ausbalancieren von Körper und Geist. Je länger die Therapie anhält, desto kniffliger wirds.

Du siehst, es gibt leider kein Schema F.

Aber was im Grunde immer geht, ist folgender Satz: Ich bin für dich da. Immer.

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