Brustkrebs
Der Kopf kommt nicht hinterher
Die Hamburger Fotografin Pia Pritzel, 38, hat Brustkrebs – und erzählt hier jeden Dienstag in ihrer Bildserie, wie es ihr gerade geht
Zwischen Akuttherapie, Nebenwirkungen und Alltagsanforderungen bleibt für die mentale Verarbeitung einer Krebserkrankung oft kaum Raum. Viele Betroffene kämpfen nicht nur gegen den Krebs, sondern auch gegen Angst, Überforderung und das Gefühl, mit ihren Gedanken allein zu sein – weil psychologische Unterstützung fehlt oder monatelang nicht verfügbar ist
Pia Pritzel
Im Gartenprivat
13.01.2026
1Min

In der ersten Folge der Serie stellt sich Pia vor. Lesen Sie hier.

Alle weiteren Folgen finden Sie auf dieser Themenseite.

Ohja, eine Krebserkrankung bringt nicht nur körperliche Herausforderungen mit sich, sondern vor allem auch mentale. Ich bin wie auf der Autobahn durch meine Akuttherapie gerast: Operationen, Chemo, Bestrahlung. Nebenher Chemonebenwirkungen, Familienleben, Isolation und Überforderung. Mein Kopf kam und kommt da kaum hinterher.

Im Gartenprivat

Pia Pritzel

Pia Pritzel, geboren 1987, ist Mutter und Fotografin aus Hamburg. Sie ist an Brustkrebs erkrankt und erzählt hier und als @pia_pritzel auf Instagram von Diagnose, Behandlung, Heilung, von Schönem und von Schrecklichem. Die meisten Fotos ihrer Serie "Cancer me softly" sind von ihr selbst gemacht, analog.

Und wer nun denkt, jede krebserkrankte Person bekommt eine Psychologin an die Seite gestellt, hat sich getäuscht. Psychologische Angebote von den Krankenhäusern sind oft überlaufen. Und so bleiben meine Gefühle und Gedanken unbetreut.

Vieles mache ich mit mir aus oder bespreche es mit FreundInnen und Familie. Doch mein Umfeld hat kein Krebs und kann nur erahnen, was es bedeutet, sich die Frage zu stellen: Wird der Krebs zurückkommen? Und schnell ergibt sich auch diese Frage: Belaste ich mein Umfeld zu sehr? Darum habe ich nun beschlossen, für meine mentale Gesundheit zu zahlen, denn ich kann nicht eineinhalb Jahre auf Unterstützung warten. Das selbst zahlen zu können, ist ein Privileg.

Und deswegen schreibe ich diesen Brief:

Liebes Gesundheitssystem,
wann wird es endlich soweit sein, dass jede Person mit akuten mentalen Belastungen schnell behandelt wird? Wieso müssen wir uns mit unseren Themen so quälen, wenn es doch professionelle Hilfe dafür gibt?

Ich freue mich auf eine Antwort von dir,

mit lieben Grüßen

Pia

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