Seelische Krisen
Voll in der Krise - Erste Hilfe für die Seele
Was tun, wenn jemand zu Hause die Angehörigen bedroht? Und wie verhindert man, dass man zwangsbehandelt wird? Psychiatrieerfahrene und Profihelfer haben viel Wissen erarbeitet. Hier sind Antworten zu den wichtigsten Fragen
Eine junge Frau liegt in Embryostellung zusammengekrümmt auf einem Bett mit weißen Laken
Psychische Krisen bahnen sich meist über einen längeren Zeitraum an
Oleg Breslavtsev / Getty Images
Tim Wegner
Aktualisiert am 14.02.2025
11Min

Erste Hilfe – sofort, teilweise auch nachts

Bei akuter Gefahr: 110 (Polizei) oder 112 (Rettungsdienst) anrufen. Beispiele: Mensch schlägt mit Kopf ohne Unterlass gegen die Wand, Mensch geht mit Axt auf Angehörige los, Mensch steht auf Dach und will springen. In vielen Fällen wird die Person in ein Krankenhaus gefahren und dort dann auf eine psychiatrische Akutstation gebracht, unter Umständen auch gegen ihren Willen. Übrigens macht es nichts, wenn man die falsche Nummer anruft – der Rettungsdienst zum Beispiel würde auch gleich die Polizei alarmieren, wenn es notwendig scheint.

Bei Verzweiflung: 0800-1110 111 oder 0800-1110 222 (Telefonseelsorge). Rund um die Uhr, anonym, kostenlos. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören zu, nehmen Anteil, verweisen bei Bedarf an spezialisierte Krisenhilfeangebote. Mehr dazu, auch zu Chat- und Mailberatung, unter www.telefonseelsorge.de.

Bloß nicht in die Psychiatrie! Aber ein Arzt, eine Ärztin darf kommen: 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) – kostenlos, auch vom Handy, keine Vorwahl. Vielleicht ist nur ein beruhigendes Medikament nötig, damit man die Nacht übersteht. Diese Nummer ist immer dann richtig, wenn man in der Nacht oder am Wochenende dringend einen Arzt braucht, es aber nicht um Leben und Tod geht. Allerdings kann es sein, dass man ein paar Stunden warten muss. Auf www.116117.de kann man auch die Adresse der nächsten Praxen oder Ambulanzen erfahren, die gerade Bereitschaftsdienst haben.

Psychiatrie ist o. k. – aber wie finde ich eine Ambulanz, eine Klinik?
Zum Beispiel über die Kliniksuchmaschine Klinikradar.
Eine nach Bundesländern sortierte Liste hat die Deutsche Depressionshilfe zusammengestellt, die genannten Kliniken behandeln Menschen mit allen psychischen Krisen.

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Mit psychiatrischen Themen beschäftigen wir uns ungern, oder sind geneigt, dieses mit einem Lächeln abzutun. Alles erscheint sehr komplizert, was ja auch stimmt. Dabei vergessen wir, dass jeden von uns, bzw. jede Familie von einer schweren Krise betroffen werden kann. Bricht aber plötzlich eine Krise unerwartet über uns herein, kann der Psychiater nicht schnell genug zur Stelle sein.

Mitbetroffene Angehörige erleben nicht selten während solcher Krisen einen mehr oder weniger starken Zusammenbruch ihres bisherigen Weltbildes. Es fehlt jegliche Orientierung und die uns bisher geübte Logik funktioniert plötzlich nicht mehr. Einbeziehung in klinische Arbeit ist eher die Ausnahme, als die Regel, was für zusätzliche Verwirrung sorgt.

Ein psychiatrischer Notfall in der Familie wird von diesen oft als Notfall der Familie wahrgenommen. Deshalb sollte dieser Artikel zur Orientierung für mögliche Norfälle bekannt sein.

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Es ist erschreckend, wie die Krisen größer und größer werden und kein Gott kann helfen, kein Gebet wird erhört und die Therapeuten haben keine Termine mehr frei. Wartezeit ein halbes Jahr. Der größte Teil liegt im häuslichen Bereich, Mord, Totschlag, Betrug, finanzielle Sorgen usw. usw. sind die Auslöser von Krisen und wer es nicht schafft, aus eigenem Willenheraus die Krise zu lösen, geht unter-. Ich habe einige Krisen bewältigt mit dem Daumen hoch von einem Oberarzt. Krisen bewältigen, selbst ist der Mann, so und so!