chrismon: Erklärt allein der Name Jens Spahn, dass es eine breite, kontroverse Debatte um die Leihmutterschaft gibt?
Anika König: Wir reden über Reproduktion, also darüber, wie Menschen sich fortpflanzen und wer sich fortpflanzen "soll" und "darf". Dieses Thema geht uns alle an, denn selbst wenn wir keine Kinder bekommen, sind wir alle auch einmal geboren worden. In Deutschland kommt noch hinzu, dass wir in einer Kultur leben, in der Mutterschaft eine besondere Rolle hat. Es kommt nicht von ungefähr, dass es nur bei uns das Wort "Rabenmutter" gibt.
Alles, was traditionelle Vorstellungen von Mutterschaft und Familie angreift, lässt die Emotionen schnell hochkochen. Wir erleben das auch, wenn sich Menschen in jungem Alter sterilisieren lassen, weil sie keine Kinder haben möchten. Jens Spahn hat sich schon viele Dinge geleistet, aber dass er über genau dieses Thema gestolpert ist, wundert mich nicht.
In der CDU gab es viel Kritik an Spahns Verhalten. "Beim Kauf eines Kindes ist einfach Schluss" war so ein Satz aus der Partei. Haben Sie Verständnis, wenn Menschen Leihmutterschaft so deutlich ablehnen?
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