chrismon: Frau Himmelmann, welche Konflikte sind typisch, wenn zwei Menschen zusammenziehen, die schon lange ein eigenes Leben mit eigenen Routinen haben?
Uta Himmelmann: Konflikte entstehen oft, wenn gefestigte Routinen sich unterscheiden oder ausschließen. Das führt dann häufig dazu, dass die eine Person ihre Strukturen beibehalten kann und die andere ihre aufgeben muss. Da entsteht ein Machtkonflikt.
Haben Sie ein Beispiel für solch einen Machtkonflikt?
Ich hatte einmal ein Paar mittleren Alters in der Paartherapie, das bereits seit zwei Jahren zusammen war. Weil ihr wegen Eigenbedarfs die eigene Wohnung gekündigt wurde, zog sie eher ungeplant zu ihm. In seiner Wohnung war kein Platz, deshalb musste sie all ihre Möbel verkaufen.
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