Sommer auf dem Land
In dieses Dorf wollen alle
Sommer. Und alle sind draußen in Oppendorf, Schleswig-Holstein: Kinder baden in der Schwentine, stromern durch die Gärten, pflücken Äpfel, spielen Verstecken. Und selbst Teenager würden am liebsten bleiben
Linkes Bild: Eine Frau steht in Jeans-Latzhose in einem Garten. Rechtes Bild: Ein noch kahler Baum in einem Garten.
Charlotte (links) zog wieder zurück nach Oppendorf, in die Straße, wo ihr Elternhaus steht
Kaja Grope
Tim Wegner
26.06.2026
4Min

Nur 12 Minuten braucht die Regionalbahn vom Hauptbahnhof in Kiel – und dann ist man in Oppendorf. Ein Bahnhäuschen, direkt hinter den Schranken steht das Ortsschild, links um die Ecke eine Infotafel. Fotos vom letzten Sommerfest sind darauf zu sehen, die nächsten Termine der Skatgruppe und ein Save the Date für die alljährliche Pflanzenbörse.

Seit 1920 gibt es die "Siedlung Oppendorf", eingemeindeter Stadtteil von Kiel am Südrand der Stadt. Schmal sind die Straßen, oft ohne befestigte Gehsteige.

Die meisten Häuser – früher genossenschaftlich organisiert, heute Wohneigentum – stehen direkt an der Straße, dahinter schmale Grundstücke, die der Selbstversorgung dienten: Gemüse, Obst, Hühner, Kaninchen oder ein Schwein. Sieben Läden gab es; die haben längst alle zu, dafür fährt wieder ein Bus von Kiel aus direkt ins Herz der Siedlung.

Gut 1500 Menschen leben hier, viele von ihnen in den originalen Siedlerhäusern. Einige waren baufällig und wurden abgerissen; die schicken Neubauvillen im Ort wirken ein bisschen wie Fremdkörper. Die Kinder lernen schwimmen in der Schwentine, deren geschwungene und hohe Uferkante eine natürliche Begrenzung des Siedlungsgeländes bildet. Im Sommer fahren Besucherschiffe aus Kiel vorbei. Dann recken sie auf den Booten die Hälse, entdecken hier und da im dichten Grün ein Hausdach. Viele schauen dann, ob vielleicht eines der Häuser zum Verkauf steht. Rar sind die Plätze im Paradies!

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