"Ich halte die Erwartung für überschätzt, dass man aus Erlebnissen und Ereignissen des Scheiterns immer und grundsätzlich für einen besseren Fortgang des Lebens "lernen" kann" sagt Hans Ulrich Gumbrecht über die Liebe
David von Bassewitz für chrismon
Begehren im Alter
So liebt Hans Ulrich Gumbrecht
Geisteswissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht erzählt, wie man die Leidenschaft in der Ehe erhält, wie das Paar mit Eifersucht umgeht und was er von getrennten Schlafzimmern hält
Lena Uphoff
Aktualisiert am 12.05.2026
6Min

chrismon: Wie erhält man die gegenseitige Anziehung in einer über dreißigjährigen Langzeitbeziehung?

Hans Ulrich Gumbrecht: Nichts finde ich erotisch anziehender als den – narzisstischen – Eindruck, dass meine Frau Lust auf Sex mit mir hat. Der große und oft exzentrische Psychoanalytiker Jacques Lacan hat einmal gesagt, dass vor allem die Wahrnehmung fremder Begierde, die auf unsere Körper gerichtet ist, die eigene Begierde weckt. Oft schreibe ich meiner Frau am Morgen, bevor ich das Haus verlasse, wie sehr mich ihre Brüste faszinieren – und während ich diese Worte schreibe, sehne ich mich nach diesen Objekten meiner Begierde.

Sie äußert sich nie ähnlich direkt und konkret, was ich am Anfang unserer Beziehung vermisst habe. Aber vielleicht hat sich ihr Schweigen für mich als eine nie aussetzende Motivation bewahrt, irgendwann einmal solche Worte zu hören.

Wann verliebten Sie sich in Ihre Frau?

chrismon Spendenabo doppeltgut
doppeltgut
Digitales Spendenabo abschließen und weiterlesen

4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.

Infobox

Dieser Text ist Teil unseres kostenlosen Newsletters "Bei aller Liebe". Wir erzählen darin von besonderen Paaren, geben Tipps für den Beziehungsalltag und liefern neueste Erkenntnisse aus der Paartherapie. Immer sonntags. Anmelden können Sie sich hier.

Dieser Text erschien erstmals am
Die Kommentarfunktion ist nur noch für registrierte Nutzer verfügbar. Um einen Leserkommentar schreiben zu können, schließen Sie bitte ein Abo ab, schreiben Sie uns eine Mail an leserpost@chrismon.de oder diskutieren Sie auf Instagram, Facebook und LinkedIn mit.