chrismon: In welchen Momenten fühlen Sie sich lebendig?
Judith Holofernes: Wenn ich kreativ arbeite, dann bin ich im Fluss. Mindestens Tagebuch schreiben, oder kritzeln, zeichnen, tanzen. Auch in der Natur, dort fühle ich mich gut aufgehoben. In einem Sommer bin ich oft mit meinem faltbaren Hängesitz in den Wald gefahren und habe fünf, sechs Stunden einfach nur dagesessen. An solchen Tagen habe ich das Gefühl, dass ich Freundschaft eingehe mit den Bäumen, sie sind eine gute Gesellschaft.
Wie lebt es sich mit einem "Hummelhirn"?
Mit 46 habe ich meine ADHS-Diagnose bekommen, seitdem verstehe ich mich selbst viel besser. Auf Social Media gehe ich damit offen um, ich möchte das gar nicht verschleiern. Wenn man sein Hummelhirn kennt und weiß, was es braucht, um sich wohlzufühlen, dann ist es ein inspiriertes Leben, von Neugierde und Spielfreude geprägt.
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