chrismon: Herr Zimpel, Heidi Klum hat vor einer Weile in einem Interview ADHS als ihre "Superpower" bezeichnet. Würden Sie das so unterschreiben?
André Frank Zimpel: Nicht, wenn ich das verallgemeinern müsste. Wenn sie das aber als Superkraft fühlt, hat sie natürlich recht. Das kann ihr niemand absprechen. Es gibt internationale Studien zu Start-ups, die festgestellt haben, dass Unternehmer im ADHS-Spektrum besonders erfolgreich sind. Die Forscher haben das mit der hohen Risikotoleranz erklärt. Das kann sich wie eine Superkraft anfühlen, aber ich würde es Potenzial nennen. Es braucht allerdings immer die richtige Umwelt, damit etwas daraus wird.
Warum?
ADHS geht auch oft mit vielen Problemen einher. Untersuchungen aus Skandinavien und Großbritannien in Gefängnissen haben gezeigt, dass viele Insassen nichtdiagnostiziertes ADHS haben. Es ist also Fluch und Segen zugleich. Nichterkanntes ADHS und ungünstige Umstände kehren eher die Problemseite heraus, günstige Umstände wie vielleicht bei Heidi Klum eher die Potenziale.
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