Der letzte Tag davor
Am Tag, bevor es losgeht, masturbiere ich ein letztes Mal. Dabei schaue ich einer Frau zu, die einem Mann einen bläst. Die nächsten vier Wochen werde ich darauf verzichten. Freiwillig. Ich bin in keiner Beziehung, will aber eine. Steht mein Pornokonsum dem im Weg?
Ich masturbiere, um mit Stress, Langeweile und Einsamkeit klarzukommen, und frage mich: Kann das gesund sein? Ich habe deshalb schon ein paar Mal versucht, mit Masturbation und Pornografie aufzuhören. Und jedes Mal habe ich wieder damit angefangen. Das frustriert mich. Schaffe ich es jemals, auf Pornos zu verzichten? Meine Sexualität ist deshalb immer auch mit einem schlechten Gewissen verbunden.
Tag 1: Große Erwartungen
Der erste Tag verläuft problemlos. Einen Monat lang werde ich nun also Teil der NoFap-Bewegung sein. Der Name kommt vom englischen "to fap", was masturbieren bedeutet. Diese Community besteht überwiegend aus Männern, die ihren Pornokonsum als Problem erleben und davon loskommen wollen. Viele verzichten dafür auf Masturbation.
Der damals 21-jährige US-amerikanische Programmierer Alexander Rhodes gründete 2011 rund um diese Idee eine Gemeinschaft auf der Internetplattform Reddit. NoFap hat ein offizielles Logo, das phallische Macht symbolisiert: eine rote Rakete, die gen Himmel geschossen wird. Darunter steht der Slogan "Get a new grip on life" (Das Leben wieder in den Griff bekommen).
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