In den vergangenen Tagen hat sich ein Konflikt zwischen Papst Leo XIV. und dem US-Präsidenten Donald Trump offenbart. Am 7. April hatte der Papst Trumps Drohung mit der "Auslöschung einer ganzen Zivilisation" gegenüber dem Iran als "inakzeptabel" kritisiert.
Am Wochenende rief das Oberhaupt der katholischen Kirche nun mehrfach zum Frieden auf. Seine Worte ließen sich so lesen, als ob sie sich auch gegen Trump wenden würden. "Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben!", sagte er. Und: "Sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, wird für Todesreden herangezogen."
Papst Leos Worte waren allerdings so allgemein gehalten, dass der US-Präsident sie auch hätte ignorieren können. Dann wäre der Zusammenhang Interpretation geblieben. Stattdessen veröffentlichte Trump auf seiner Plattform Truth Social einen längeren Post und zeigte damit, dass ihn die Kritik offenbar getroffen hat.
Trump bezeichnete den Papst in seinem Post als "schwach" in Kriminalitätsfragen und "schrecklich" in der Außenpolitik. Er unterstellte, dass Leo nur gewählt worden sei, weil man glaubte, so besser mit ihm als US-Präsidenten umgehen zu können, und forderte ihn auf, sich darauf zu konzentrieren, ein großartiger Papst zu sein und kein Politiker.
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