Ise Bosch
Peter van Heesen

Ise Bosch (Jahrgang 1964) ist die Enkelin des Bosch-Firmengründers Robert Bosch. Ihre Eltern achteten aber auf ein bodenständiges und bescheidenes Aufwachsen. Die Kleider der sechs Kinder wurden selbstverständlich von den jeweils Jüngeren aufgetragen, Nutella gab es nur sonntags und dann auch nur dünn. Nach dem Abitur an einer Waldorfschule studierte Ise Bosch Geschichte in den USA und Musik (Jazz Bass) in Berlin, sie spielte zehn Jahre in verschiedenen Bands in Deutschland. Seit den 1990er Jahren spendet und stiftet sie in den Bereichen Menschenrechte, Frauen sowie sexuelle und geschlechtliche Minderheiten (LGBTIQ) - denn die werden in vielen Ländern verfolgt, sogar ermordet. Die Abkürzung LGBTIQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans und Inter-Personen.

Nach dem Tod des Vaters ließ sie sich 2006 ihren Anteil am familiären Erbe auszahlen und gründete die Dreilinden gGmbH, ihr eigenes philanthropisches Unternehmen. Ise Bosch war lange eine der ganz wenigen Reichen in Deutschland, die in der Öffentlichkeit über Reichtum, Verantwortung und Gerechtigkeit sprechen.

Sie mag sich nicht Mäzenatin nennen, schon gar nicht Gönnerin, sie nennt sich Spendenaktivistin. Ihre Förderungen gehen (oft über Mittlerorganisationen vor Ort) hauptsächlich an Basisgruppen in der ganzen Welt und sind häufig die erste Förderung überhaupt. So unterstützte sie auch die entstehende Bewegung von intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa - etwa durch Reisestipendien zu einem internationalen Treffen oder durch Weiterempfehlung an größere Institutionen für weitere Förderung. Wie sie überhaupt viel Energie einsetzt, um Menschen, Projekte, öffentliche Institutionen und private Stiftungen zu vernetzen.

Ihr Buch "Besser Spenden! Ein Leitfaden für nachhaltiges Engagement" ist in Neuauflage 2021 erschienen, Checklisten für geplantes Spenden gibt es auch unter www.besser-spenden.de