Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt
Das droht der Kulturszene durch die AfD
Die AfD will eine "patriotische Wende" in der Kultur, das Dessauer Bauhaus gilt ihr als Feindbild. Die Leiterin des Welterbes erklärt, wie die Partei die Kulturszene umkrempeln könnte – und wie sich das verhindern lässt
Bauhaus Gebäude in Dessau
In Walter Gropius’ weltberühmtem Bauhausgebäude sehen AfD-Politiker eine "historische Bausünde"
F. Berger / IMAGO / [M] chrismon
Lino WimmerLisa Bittner
09.06.2026
4Min

chrismon: Frau Steiner, Sie haben in einem offenen Brief mit mehr als 60 anderen Kultureinrichtungen vor einer "patriotischen Wende" in der Kulturpolitik gewarnt. Was befürchten Sie, falls die AfD in Sachsen-Anhalt regiert?

Barbara Steiner: Hans-Thomas Tillschneider, der kulturpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, diktiert im Grunde genommen, was als Kultur gelten darf. Auf unseren offenen Brief hin hat er uns Leitenden der Kultureinrichtungen "intellektuelle Erbärmlichkeit" vorgeworfen, wir hätten "keine Ahnung von Kultur".

Die Landes-AfD macht das Bauhaus für "Bausünden erdrückender Hässlichkeit" verantwortlich. Im Wahlprogramm heißt es, Kultur solle "deutsch denken", nicht modern. Warum trifft es ausgerechnet Sie?

Das Bauhaus ist weltbekannt. Daher sind wir ein mächtiger Hebel für die Rechtsextremen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Dass völkische Politiker das moderne Bauen kritisieren, hat zudem eine lange Tradition, an die sich gut anschließen lässt.

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