Gespannt haben die beiden Frauen den Prozess verfolgt, vergangenes Jahr in Freiburg: Eine Mutter hatte ihren Sohn missbraucht, das Kind ihrem Partner ausgeliefert sowie gegen Geld weiteren Männern, jahrelang. Das Landeskriminalamt sagte: Noch nie habe man einen so schlimmen Missbrauchsfall . . . "Das war unser Alltag", sagen die beiden Frauen.
Es kostet sie viel Überwindung, aber sie wollen berichten, was ihnen angetan wurde. Damit Kinder gerettet werden. Weil Menschen genauer hinsehen. Denn man hätte etwas bemerken können.
Es sind nachdenkliche Frauen, klug und mit Humor begabt. Pia und Anne* wollen sie in diesem Text heißen. Kennengelernt haben sie sich vor Jahren über ein Forum. Was sie erlebten, trug sich in Berlin und im Osten Deutschlands zu, vor und nach der Wende.
Pia, heute 34, wuchs bei ihrer dauerstudierenden Mutter auf; der Missbrauch begann mit vier und endete mit 13. Anne, heute 44, kommt aus einem bildungsbürgerlichen Elternhaus, sie wurde ab dem sechsten Lebensmonat missbraucht.
Weil sie ahnen, dass das Erzählen zu Schmerzen und Flashbacks führen wird, haben sie sich Unterstützung organisiert für das Gespräch in Pias Wohnung. Stefan, Pias bester Freund, stellt sich vor: "Ich mach das Catering." Er soll Coolpacks reichen, Wärmflaschen, Kaffee, Tabletten. Im Hintergrund an seinem Schreibtisch immer Pias Mann.
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Rat und Hilfe
- Hilfetelefon sexueller Missbrauch – kostenfrei, anonym, auch für Menschen, die einen vagen Verdacht haben: 0800-22 55 530 hilfetelefon-missbrauch.de
- Infotelefon Aufarbeitung: 0800 40 300 40
- Wann hilft das Opferentschädigungsgesetz (OEG) auch Missbrauchsopfern? chrismon.de/missbrauch-OEG
Andersrum ist auch nicht schön.
Kind mit Verhaltensstörungen. Verhaltensmuster aus der Fam. der Mutter. Besonders engagierte Kirchgängerinnen kommen dann auf die Idee, das Kind müsste missbraucht worden sein und der Nachbarsjunge noch mit dazu.
Das gibt Intrigen.
Mittlerweile bin ich der Meinung, dass die Dramatisierung des Themas in der Presse sogar für die Opfer schädlich ist. Die seelische Belastung wird nämlich nur noch schlimmer, wenn das Verbrechen auch nochmal dramatisiert wird.
Gibt es noch mehr Männer, denen so übel mitgespielt wurde?
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Dramatisierung?
Lieber Leser,
wenn Sie zu Unrecht verdächtigt und dann auch noch mit Intrigen überzogen worden sein sollten, wäre das in der Tat übel. Julia von Weiler, erfahrene Leiterin der Kinderschutzorganisation Innocence in Danger, hat mir mal in in einem Interview mal gesagt: 1. Es gibt keine Verhaltensauffälligkeiten von Kindern, die eindeutig auf Missbrauch hinweisen. 2. Bloß nicht selbst "ermitteln". Das Interview finden Sie hier: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2017/33784/missbrauch-kann-man-erkennen-dass-ein-kind-missbraucht-wird
Was ich allerdings nicht verstehe, ist Ihr Satz, dass man es für Missbrauchsbetroffene schlimmer mache, wenn man das Verbrechen auch noch "dramatisiere". Im chrismon-Text wurde nichts "dramatisiert", wir haben ganz im Gegenteil diverse schlimme Details weggelassen. Und: Die beiden Missbrauchsüberlebenden WOLLTEN, dass über ihre Erlebnisse berichtet wird und zwar genau so. Sie haben - natürlich - den Text vor Druck gelesen. Sie wollen anderen Betroffenen damit Mut machen - und einige Rückmeldungen bestätigen bereits jetzt, dass das genau so ankommt. Und natürlich wollten sie Menschen sensibilisieren. Nur, wie gesagt: Privatdetektiv ist nicht die richtige Rolle.
Herzliche Grüße
Christine Holch/Redaktion chrismon
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Ermutigung
Um mich zuerst kurz vorzustellen:
Mein Name ist Willi Lambert und Ich gehöre zur Ordensgemeinschaft der Jesuiten und bin in der geistlichen Begleitung tätig.
Ich bin gerade von einer Tagung am 22. Februar zum Thema „Organisierte rituelle Gewalt“ an der Katholischen Stiftungshochschule in München mit 200 Teilnehmenden zurück und lese Ihren Artikel im März-Heft „Es waren viele Männer-und die Mütter“.
Ganz vielen Dank für den Mut ihrer Redaktion zu dieser ausführlichen Veröffentlichung und die Bereitschaft der beiden interviewten Frauen zum Gespräch!!
Da ich selber seit einigen Jahren eine betroffene Frau geistlich begleite, weiß ich –soweit man das „Mitwissen“ nennen kann – um diese Szene von menschenverachtender Unmenschlichkeit.
Mit Ihrer Veröffentlichung tun sie einen guten Dienst, dieses geradezu unglaubliche Untergrundgeschehen ein wenig mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein. Für die betroffenen Menschen und jene, die sie begleiten, bedeutet ihre mediale Aufmerksamkeit an der Information und Sensibilisierung eine starke Ermutigung. –
Noch einmal:
Vielen Dank für Ihren Menschen- und Evangeliums-Dienst!
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Großes Lob
Ich möchte Ihnen ein großes Lob aussprechen für das Titel-Thema der Ausgabe 03/2019 zu Kindesmissbrauch.
Tief erschüttert und schockiert habe ich den Artikel "Es waren viele Männer - und die Mütter" von Frau Holch gelesen, der das Thema sensibel angeht, aber auch dem Leid und grausamen Unrecht, dass die beiden Mädchen und nun Frauen erfahren haben, gerecht zu werden versucht. Neben der Empathie für die Opfer, bleibt vor allem Wut über die Täter und Täterinnen und dem Unvermögen des Rechtsstaats diese zu bestrafen. Angesichts solch unfassbarer Verbrechen ist es nur schwer zu ertragen, dass die Täter/innen straffrei ausgehen. Zugleich bleibt aber auch die große Hochachtung vor dem Mut der beiden Frauen über die Verbrechen, die an ihnen verübt wurden, zu sprechen. Welch Überwindung muss es sie gekostet haben, die Schrecken in solch einem Gespräch offen zu legen. Dies war sicher auch für Sie, Frau Holch, nicht leicht. Danke, dass Sie sich des Themas angenommen haben und so die Öffentlichkeit über dieses schreckliche Unrecht informieren.
Vielleicht sind Sie bei Ihren Recherchen auf Möglichkeiten gestoßen, wie Opfern wie diese beiden Frauen unterstützt werden können (Einrichtungen zum Opferschutz, aber auch politische Vertreter, bei denen man mal Druck machen sollte). Über eine diesbezügliche Information würde ich mich sehr freuen.
Nochmals ein großes Lob und Dankeschön, dass sich Ihr Magazin immer wieder kritisch solcher "schwierigen" Themen annimmt.
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Ideen fürs Helfen
Liebe Frau Kunde,
haben Sie Dank dafür, dass Sie Ihre Eindrücke/Gefühle/Gedanken in Worte gefasst haben!
Weil Sie fragten, was Sie tun könnten:
- Immer gut: einer Fachberatungsstelle in Ihrer Nähe sachbezogen zu spenden. Etwa für einen Präventionsworkshop in einer Schule. Dass Kinder eine Nummer in die Hand bekommen, hält zum Beispiel die eine der Betroffenen, Pia, für immens wichtig. Solche Fachberatungsstellen (sie heißen ja nicht alle „Wildwasser“) kann man z.B. hierüber finden: https://www.hilfeportal-missbrauch.de/startseite.html
- Falls Sie Kontakt zu Ihrer/Ihrem Bundestagsabgeordneten haben: Er/Sie soll sich mal mit dem Opferentschädigungsgesetz beschäftigen. Das derzeit angedachte reformierte Gesetz bringt Missbrauchsopfern nämlich gar nichts. Siehe hier: https://chrismon.evangelisch.de/missbrauch-OEG
Herzliche Grüße
Christine Holch/Redaktion chrismon
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E-Bike für Anne
Hallo,
ich möchte ein E-Bike spenden bzw die entsprechende Summe. Wie kann entsprechend verfahren?
Grüße
René
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Erschütternd
Ich lese die Chrismon sehr gerne.
Aber… der Leitartikel „ Wer tut so was? „ heute im 03.2019 hat mich so erschüttert und aufgewühlt, mir war schlecht.
Ich frage mich, wem nützt so ein ausführlicher Bericht, den Betroffenen bestimmt nicht. Die Täter sind nicht zu fassen!
Das Ganze ist reißerisch aufgemacht!
Ich kann doch annehmen, dass Fachleute darüber wissen und damit umgehen.
Ich habe das Heft gleich in den Müll geschmissen, ich möchte nicht, daß in meiner Familie noch jemand das alles liest.
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Reißerisch?
Sehr geehrte Frau Marmann,
danke für Ihre Mail. So ganz verstehe ich sie noch nicht. Sie schreiben, Sie seien aufgewühlt und erschüttert gewesen (das kann ich verstehen ), und dann hätten Sie das Heft in den Müll geschmissen (das verstehe ich nicht).
Denn diese beiden Betroffenen WOLLTEN, dass wir ihre Erlebnisse weitergeben. Sie haben den Text natürlich vorher gesehen und fanden nichts reißerisch. Vielmehr haben wir diverse besonders schreckliche Details weggelassen, aus Rücksicht auf die Leser. Ziel der beiden Frauen war, anderen Missbrauchsbetroffenen Mut zu machen und die Öffentlichkeit mehr zu sensibilisieren. Und dass der Text Betroffenen Mut macht, dazu haben wir schon einige Rückmeldungen. Auch dazu, dass Menschen, die ein "komisches Gefühl" haben, sich ein Herz fassen und sich beraten, etwa beim Hilfetelefon sexueller Missbrauch. Denn wenn man vielleicht nicht immer den ersten Missbrauch eines Kindes verhindern kann, so kann man doch oft ein jahrelanges Martyrium verhindern. Das will der Text bewirken.
Herzliche Grüße
Christine Holch
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Respekt
Liebe Frau Holch,
ich danke sehr für den Artikel - und ganz besonders den beiden Frauen für ihren Mut und ihre Kraft, über den jahrelangen organisierten Missbrauch zu berichten und die noch immer lebendigen Schmerzen zu teilen. Wie feinfühlig und sensibel sie und ihre Partner in diesen Flashback-Situationen miteinander umgehen, aufeinander aufpassen, beeindruckt mich. Auf beeindruckend journalistisch-gute Weise nehmen Sie, Frau Holch, die Leser_innen mit und führen (dosiert) in Entsetzliches, Menschenverachtendes, das uns Leser_innen überfällt. Das tut uns schon vom Lesen und Vorstellen weh, bleibt hängen und wird hoffentlich nachhaltig präventiv durch eine hohe Sensibilität für Menschen in so großem Leid und Gefahr wirken!
Obwohl ich schon von vielen und schrecklichen Missbrauchen gehört habe, bin ich schockiert und unfassbar traurig über das, was die Frauen erleben mussten - was andere ihnen angetan haben - und immer wieder: wie man überhaupt auf solche Ideen kommt?! Ihr Hinweis, dass Sie "besonders schreckliche Details" nicht geschrieben haben, um die Leser_innen zu schützen, lässt meinen Atem stocken und mich fast erbrechen.
Ich wünsche den beiden Frauen und ihren Partnern, dass sie nun gute Zeiten haben und dass sie Hilfe erfahren, wo sie es brauchen. Sie haben meinen großen Respekt für Ihre Stärke, Ihren Kampf, Ihren Lebenswillen und Ihren Mut!
Und auch Ihnen, Frau Holch, wünsche ich, dass Sie einen guten Umgang mit dem Gehörten finden und Sie eine Stelle haben, wo Sie Ihren Kummer lassen können und es Sie nicht verfolgt.
Meinen Respekt für Ihre Arbeit - so schwer und doch so wichtig!
Mit freundlichen Grüßen
Sabine
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missbrauch der kinder
Es erschüttert mich sehr das die Täter nicht gefasst,- und diese kranken Eltern nicht belangt werden, ich hoffe das sie wenigstens in der Hölle dafür bestraft werden. Ich kann nicht verstehen wie so etwas gehen soll. Hier in Leipzig werden alle Kinder regelmäßig vom Kinderarzt untersucht. Gerade auch deshalb werden diese U- Untersuchungen durchgeführt. Wir werden vom Arzt ermahnt (!) wenn wir nur eine davon versäumen. Man hätte so frühzeitig die Schädigungen der Kinder erkennen können. Bei Verdacht informiert doch so ein Arzt sofort die Behörde. Da wurde ordentlich geschlampt, die trinken den ganzen Tag Kaffee und nix passiert? Das ist plamabel.
Ich wünsche das die beiden ihren Frieden finden, es tut mir so weh. (wenn man an seine eigenen Kinder denkt..., o mein Gott) Sehr mutiger Artikel.
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Artikel: Wer tut so etwas?
Vielen Dank für diesen Artikel und den beiden mutigen Frauen, die ihr Leiden geschildert haben. Wie sie all das, was ihnen angetan wurde, überleben konnten?
Was gibt es nur für Menschen, die Kindern und noch dazu ihren eigenen so ein Leid zufügen können? Der Sadismus scheint in allen Bildungsschichten zu Hause und nach der Schilderung von Anne und Pia gar nicht selten. Ich hoffe das diese Taten in irgendeiner Form gestraft werden.
Die Frage bleibt, wie kann so etwas zukünftig verhindert werden?
Ich wünsche den beiden Frauen ganz viel Kraft ihr Leben zu leben und liebe Menschen um sie.
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Es waren viele Männer – und die Mütter
Ich wanke neben mir.
Ich konnte den Artikel nicht zusammenhängend und vollständig lesen. Ich kann nicht und ich werde nicht. Trotzdem bleiben zwei komplexe Fragen.
Offensichtlich ist der Hauptbezug auf mündliche Aussagen bei solchen Problemen ungeeignet zur Wahrheitsfindung. Die Erinnerung nach mehreren Jahren ist gefiltert und mehrfach bearbeitet. Die Erinnerung von Kindern ist sehr selektiv, verzerrt und relativ leicht manipulierbar – schon bei der Wahrnehmung, aber noch mehr beim Aufrufen. Welche Ermittlungsmethoden können weiter helfen?
Das andere Problem ist das Erkennen von solchen Missbrauchsfällen, ohne allgemeine Schnüffelei
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Erinnerung
Lieber Herr Graf,
ganz so schwierig ist es nicht mit der Erinnerung, jedenfalls nicht in diesem Fall. Denn beide Kinder wurden ja auch noch als Teenager missbraucht, und an das, was einem mit 12 oder 16 geschah, kann man sich dann doch ziemlich gut erinnern.
Herzliche Grüße
Christine Holch/Redaktion chrismon
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Es waren viele Männer und die Mütter
Liebe Frau Holch,
anders als meine „Vorrednerin“ Frau Marmann möchte ich diesen wirklich schlimmen Bericht eher „loben“ (?) ... das hört sich makaber an, aber ist so! Ihn zu lesen tat stellenweise zwar weh, aber wie schmerzhaft muss es für die Berichtenden und für Sie bei der Recherche gewesen sein! Ein wesentlicher Beitrag ist es ggf Anzeichen besser deuten zu können und zu verstehen. So oft stellt man sich Fragen in der Arbeit mit Kindern! Insofern „kommen *Pia u Anne* ihrer gesellschaftlichen Verantwortung“ tatsächlich Nahe, indem sie eine harte, kaum erträgliche Arbeit geleistet haben: Uns davon zu berichten. Daher gilt mein Dank den beiden Betroffenen und auch Ihnen Frau Holch, dass sie sich diesem Thema und den Berichten der Frauen in würdiger Weise gestellt haben!
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Spende
Mit Bestürzen habe ich gelesen, dass "Anne" noch nicht einmal die Kosten für ein Trampolin und ein E-Bike aus dem "Fonds sexueller Missbrauch" erstattet bekommt. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, ihr über Chrismon Geld zukommen zu lassen, damit sie diese beiden Dinge anschaffen kann und ihr Leben dadurch zumindest etwas leichter wird ? Ich wäre gern bereit, dafür zu spenden.
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Weisser Ring
Mit Erstaunen las ich auf Seite 22, dass der Fonds einen Antrag abgelehnt habe, weil ein erwähnter Körperschaden "nicht zwangsläufig" auf Missbrauch zurückzuführen sei. - Da ich seit 2013 im Rahmen meiner WEISSER-RING-Arbeit auch bisher ca. 150 MenschInnen erfolgreich bei der Antragstellung begleitete, bin ich bass erstaunt, dass von dort eine solche Erklärung gekommen sein soll. Hat die Dame evtl. nur tel. Auskunft haben wollen und am Tel. diese inkompetente Antwort erhalten?
Ich zitiere aus S. 9 des Antrags "4. Folgebeeinträchtigungen des sexuellen Missbrauchs. Leiden Sie noch heute unter psychischen, körperlichen oder anderen Beeinträchtigungen, die sie auf dencerlittenen Missbrauch (zumindest teilweise) zurückführen? ... 4.1 Psychische Beeinträchtigungen ... 4.2. körperliche Beeinträchtigungen (auch psychosomatische) ... Infektionen, Schmerzen, Narben, Verletzungen ... Seite 10 4.3 andere Probleme und Beeinträchtigungen ..."
Unbedingt erneut beantragen! Oder ggfs mit Hilfe des WR klagen.
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Mutig
Für Ihren ausführlichen Bericht über das obige Thema danke ich Ihnen sehr. Er war schon lange fällig.
Auch andere Medien hätten darüber schon längst schreiben müssen. Wer hat Angst vor wem?
Sie waren mutig und haben das Thema ausführlich gebracht.
Eine Schade für das "sonst so aufgeklärte Land", das soetwas in unserer Gesellschaft geschieht und
nicht öffentlich gemacht worden ist bis jetzt.
Ich danke Ihnen sehr für Ihre Courage.
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Mitten in unserer Gesellschaft
Danke für den sensiblen Bericht über die Frauen, die von den eigenen Eltern sexueller Gewalt und Verkauf ausgesetzt waren.
Wir hören, wir lesen so viel über sexuelle Gewalt, sogenannten Missbrauch (als ob es eine positive Form dieses Ausdrucks gäbe: „Gebrauch“ etwa?). Doch selten war ich innerlich so schockiert, aufgewühlt und voller Tränen wie beim Lesen des Berichts über „Pia“ und „Anna“. Niemand in einer so scheinbar „zivilisierten“ Gesellschaft hielte es bislang für möglich, dass eigene Eltern, Mütter! ihre Kinder der Gewalt übelster und sadistischer Täter ausliefern könnten! Und es ist also möglich! Mitten in unserer Gesellschaft, getarnt unter Wohlanständigkeit , gedeckt vom Nichtwissen-wollen der nächsten Umgebung? Wie konnten dieses monströsen Verbrechen nicht entdeckt und die Kinder und Jugendlichen geschützt werden? Weil es so undenkbar erscheint? Wer hat weggehört und –gesehen?
Was sind das für Menschen, die zu solchen Taten schlimmsten Sadismus fähig sind? Was wiegt schlimmer? Die Taten der Pädophilen oder das eiskalte Ausliefern der Mädchen – und der eigene Missbrauch – durch die Mütter und Väter?
Als Pfarrerin sind mir Abgründe des Menschenseins vertraut, wenn auch bislang nicht in dieser extremen Form, doch das Erschrecken und Mitleiden wird nicht geringer!
Umso mehr habe ich allergrößten Respekt vor der Öffnung in diese geheime Welt des Brutalsten, die die beiden Frauen vollzogen haben! Es muss sie fast übermenschliche Kraft gekostet haben. Umso mehr, als – erschreckenderweise – die Täter*innen wohl nicht belangt und betraft werden können, also in der Anonymität ihrer Taten bleiben können. Diese Frauen haben das fast Unmögliche versucht und geschafft: Ihr eigenes Leben gerettet! Dank auch den Helfern und Partnern, doch die größte Leistung haben die Frauen selbst vollbracht und müssen keine Opfer bleiben.
Und ich denke noch weiter, und das Erschrecken wird nicht geringer: All diese Taten sind keine Einzelfälle! Es wird weiter den Menschen Unsägliches angetan. Mitten unter uns leben Menschen unerkannt als Täter und Täterinnen. Wieviele kenne ich, ohne davon zu wissen? Rein statistisch muss ich Menschen begegnet sein im Lauf meines Leben, die zu Taten schlimmster sexueller Gewalt fähig sind und sie ausüben. Wer lebt mit der Maske der Anständigkeit und des gesellschaftlichen Ansehens und ist doch ein gemeiner Täter oder eine Täterin?
Egal, wo die Taten geschehen: in Deutschland, Europa, Asien oder Südamerika, oder…
Höre ich nicht wirklich hin, wenn sich mir ein Mensch anvertrauen möchte, der Schlimmstes erlebt hat? Will ich blind bleiben?
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Danke für Ihren Mut!
Ich danke Ihnen für diesen Artikel. Und ich möchte mich mit Hochachtung bei den beiden Frauen bedanken, die die unglaubliche Stärke aufbringen, über diese Erlebnisse mit Ihnen zu sprechen.
Nur wenige Menschen haben den Mut, sich mit realer Gewalt auseinanderzusetzen und wollen nicht wahrhaben, dass so etwas geschieht. Es ist unglaublich wichtig, dass mehr Personen derartiges auch nur ansatzweise für möglich halten und ihre Umgebung dadurch aufmerksamer wahrnehmen. Und die es wagen, auch Frauen als Täterinnen in Erwägung zu ziehen. So schwer die Lektüre auch fällt - ich bin froh, dass Sie so mutig und ehrlich über so furchtbares berichten.
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Ja, auch Frauen missbrauchen ihre Töchter.
Sehr geehrte Frau Holch,
ich danke Ihnen und vor allem den beiden betroffenen Frauen sehr für die Artikel: ,,Es waren viele Männer- und die Mütter" und ,,Viele Opfer sexueller Gewalt gehen leer aus".
Zur letzten Problematik habe ich als selbst Betroffene im November 2013 auf der Betroffenen Plattform ,,netzwerk b" einen Beitrag geschrieben.
Sie finden ihn unter folgendem Titel:
,,Nicht die Opfer sind verrückt, sondern die Umstände unter denen sie haben leben müssen" oder dem Link:
https://denefsschweigen.wordpress.com/2013/11/06/nicht-die-opfer-sind-verruckt/
Ich selber habe im Jahr 2010 nach einer 8 jährigen Odyssee, in der mir von Sachbearbeitern und Juristen des Versorgungsamtes Rentenbegehren, Freiwilligkeit und Unglaubwürdigkeit unterstellt wurden, nur eine Teilanerkennung für die körperlichen Misshandlungen durch meinen Vater zugestanden bekommen.
Alle weiteren Taten, d.h. die Zwangsprostitution durch meine Mutter, der sexuelle Missbrauch durch mehrere Männer, inner- und ausserfamiliär, gegen Bezahlung zusammen mit und ohne meiner Mutter, diese Taten, die von ihr inititiert und organisiert wurden sind wegen fehlender Beweise, der traumabedingten Erinnerungslücken trotz zahlreicher ambulanter und stationärer Therapien und eindeutigen Traunmafolgestörungen als nicht glaubwürdig und damit als nicht anerkennungsfähig eingestuft worden.
Erst nach langer Suche habe ich einen Therapeuten gefunden, der mir glaubt und bereit ist zuzuhören. Selbst für Ärztinnen, Beraterinnen und Therapeutinnen ist die sexuelle Ausbeutung von Töchtern durch die Mutter unvorstellbar. ,,Mütter tun soetwas nicht" wurde mir gesagt.
Die teilweise Ablehnung meines Opferentschädigungsantrages und damit auch der weiteren Finanzierung der Traumatherapie waren wie ein Schlag ins Gesicht. Trotzdem habe ich es geschafft im Jahr 2013 den Kontakt mit der Hautptäterin abzubrechen. Bis dahin hatte ich noch die Hoffnung, dass sie als Zeugin im Verfahren aussagen würde. Erst nach dem endgültigen Kontaktabbruch öffneten sich ,,die Schleusen zur Hölle". Ich musste der Wahrheit, dass es tatsächlich meine Mutter war ins Gesicht sehen. Der Schmerz war unvorstellbar und mir fehlten lange die Worte. Die Sprache ist oft zu begrenzt
Bis dahin hatte ich immer geglaubt meine Mutter hätte nur aus Hörigkeit und Angst mitgemacht. Das alleine wäre schon schlimm genug gewesen. Ich habe mich immer gefragt, warum sie weggeguckt und nicht geholfen hatte. Als wenn dieser Schmerz noch nicht genug gewesen wäre kamen dann nach dem Kontaktabbruch die Details wie sie mich den Männern ausgeliefert, angeboten und mit psychischer und körperlicher Gewalt aktiv beim und vor dem Missbrauch geholfen hat mich gefügig zu machen. Am schlimmsten waren und sind für mich die Erinnerungen daran, wie sehr sie durch die mir angetanene Gewalt und den sexuellen Missbrauch sexuell erregt und der Ekel, die Scham weil ich von meiner eigenen Mutter sexuell missbraucht wurde. Bis heute ist für mich der Missbrauch durch meine Mutter schlimmer, als der durch die Männer, weil es die Frau war, die mich geboren hatte, von der ich geliebt werden und Schutz erfahren wollte, aber auch weil ich bis heute Probleme habe mich als Frau und meine eigene Weiblichkeit anzunehmen, weil ich das gleiche Geschlecht habe.
Ja, auch Frauen missbrauchen ihre Töchter. Danke für ihren Artikel und dem Mut von Chrismon. Nur so können Opfer eine Stimme bekommen und Kinder geschützt werden.
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Gehört nicht an die Öffentlichkeit
Ich lese Ihre Zeitschrift immer sehr gerne, aber diesmal bin ich entsetzt:
Es waren viele Männer - und die Mütter
Diesen Artikel finde ich so schrecklich, dass ich ihn nicht zu Ende lesen konnte. Außerdem halte ich die Veröffentlichung der vielen grausamen Details für äußerst gefährlich, wenn sie von Sadisten, wie im Text erwähnt, gelesen werden, die dadurch womöglich noch zu weiteren "Behandlungen" inspiriert werden.
Die Erlebnisse dieser Kinder gehören vor Gericht aber nicht an die Öffentlichkeit.
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Doch, gehört an die Öffentlichkeit
Liebe Frau Fischer, dass es gut war, diese Erlebnisse an die Öffentlichkeit gebracht wurden, zeigen uns andere Leserreaktionen. Viele Menschen schreiben uns, dass sie nun aufmerksamer sind.
Herzliche Grüße
Christine Holch/ Redaktion chrismon
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Frau Fischer
Sehr geehrte Frau Fischer,
wer soll solche Untaten aufdecken, wenn nicht die Öffentlichkeit? Ich sehe uns alle in Pflicht.
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Es waren viele Männer – und die Mütter
Sehr geehrter Frau Holch,
diese Reportage macht so hilflos. Dass das Umfeld - und man selbst ist ja auch Umfeld - nicht ausreichend sensibilisiert war und sicherlich noch immer nicht ist, tut so weh. Den beiden Frauen muss ich meine höchste Anerkennung aussprechen für ihre Tapferkeit, mit der sie das Unfassbare ertragen haben und sogar davon berichten konnten. Auch den Personen, denen sie sich schließlich anvertrauen konnten und den Partnern, die jeden Tag eine riesige Leistung vollbringen. Und schließlich Ihnen Frau Holch, für Ihren Mut und Ihr Können, diese Reportage so zusammenzustellen.
Auch ich möchte einen finanziellen Betrag leisten, den beiden zu helfen. Bitte schicken Sie mir dazu Informationen.
Ich wünsche den beiden Frauen, dass sie ihren Lebenswillen behalten und Freude am Leben haben.
Eine Frage, die mich quält, ist, ob man davon ausgehen muss, dass die Täter unverändert aktiv sind und ihren Sadismus weiterhin an Unschuldigen ausleben. Unvorstellbar, unverantwortlich.
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Betroffen
Mich hat der Artikel sehr erschüttert in seiner Ausführlichkeit. Ich kann gut verstehen, dass die Frauen Frieden wollen und eine Strafverfolgung schwer auszuhalten wäre. Aber ich denke, die Menschen, die diese Taten begangen haben, die tun dies doch mit großer Wahrscheinlichkeit weiter? Kann dort nicht mit der Polizei zusammengearbeitet werden ( Daten ausgetauscht werden), damit andere Kinder geschützt werden bzw. früher dort rausgeholt wreden können? Viele Grüße
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Unerbeten, unerwartet, fahrlässig
Bitte bedenken Sie, dass ihr Heft auch unerbeten und unerwartet mit anderen Zeitungen ausgeliefert wird. So lag das aktuelle Chrismon Heft unserer FAS bei, die bei uns sonntags auf dem Frühstückstisch der Familie liegt. Ich mag mir nicht ausdenken, was passiert wäre, wenn unsere achtjährigen Kinder das aktuelle chrismon Heft selbstständig angelesen hätten, bevor wir dazu gekommen wären. Gekreuzigte Kinder, verbrannte Fußsohlen, Blut in den Körperöffnungen. Es mag o. k. sein, so etwas einem speziellen Personenkreis von fachlich Betroffenen ungefiltert zugänglich zu machen – Erzieher, Lehrer, Polizisten, Staatsanwälte, Kinderärzte. So etwas in einem - in unserem Fall - kostenlosen Kirchenblatt unserer abonnierten Zeitung einfach beizulegen, ist fahrlässig. Meine Konsequenz: Wenn ich in Zukunft die FAS aus dem Briefkasten hole, mache ich einen Umweg über die blaue Tonne in der Garage, bevor die Zeitung den Familientisch erreicht.
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Anteilnahme?
Kein Wort der Anteilnahme oder des Mitleids für die betroffenen Frauen,denen so viel Leid zugefügt worden ist und das von der eigenen Mutter.Man muss bedenken,in welchem Alter die jungen Frauen damals waren,nämlich in dem Alter oder sogar noch jünger als die achtjährigen Kinder der Schreiberin.Was wäre denn passiert,wenn sie es am gemütlichen Sonntagsfrühstückstisch gelesen hätten???Man hätte erklären müssen,was man eigentlich nicht erklären kann...Wozu Menschen fähig sind,man sieht es an den aktuellen Missbrauchsfällen,leider bittere Realität.Man kann Kinder leider nicht "in Watte" packen.
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Verantwortung der Eltern
Es ist meines Erachtens richtig und wichtig dieses Thema zu diskutieren, weshalb ich mir im Heft 4/2019 aufmerksam die dazu abgedruckten Leserbriefe durchgelesen habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass alle Briefe sich mit dem Thema als solchem auseinandersetzen und die Leserinnen und Leser eigene Erfahrungen oder auch einfach nur ihre Meinungen kundgetan haben. Nur ein Brief hat sich nicht mit dem Thema selbst befasst - der von Nadja Roderburg. Anstatt auf das Thema einzugehen stört sie sich an der Offenheit des Artikels.
Ich finde es ausgesprochen schlecht, wenn eine Mutter allen Ernstes ihre eigene Verantwortung dafür, was sie offen zugänglich für ihre Kinder hinlegt, auf andere abzuwälzen versucht. Ich frage mich, ob Frau Roderburg auch die HAZ kritisiert für die unzähligen Artikel über Kriege, Kindesmissbrauch und andere Straftaten. Wenn Frau Roderburg ihre Kinder vor verstörenden Meldungen und Berichten schützen möchte (was ja durchaus verständlich und löblich ist), dann sollte und muss sie schon selbst kontrollieren, was sie für noch zumutbar hält und was nicht. Das kann ihr niemand abnehmen.
Ich jedenfalls finde es gut, dass die Dinge beim Namen genannt und nicht kaschiert werden.
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Schmerzhaft erschütternd
Ich möchte meinen tiefen Respekt ausdrücken für diesen Artikel und alle, die daran beteiligt waren!
Auch ich konnte ihn nicht am Stück lesen, da es mich schmerzte vor Augen geführt zu bekommen, zu was Menschen in der Lage sind. Wie kann es sein, dass wir so wunderschöne Kultur, Kunst und Musik entstehen lassen und auf der anderen Seite zu Bestien mutieren?
Ich möchte verstehen können, ohne dabei die Taten zu entschuldigen. Es ist schlicht nicht zu entschuldigen.
Ich bin aufgewühlt und zugleich so hilflos.
Und ich bin dankbar für all jene, die hier begleitend den beiden Frauen zur Seite stehen.
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Fassungslos und wütend
Ich habe den Leitartikel gelesen und bin zum einen fassunglos ob dieser grausamen Taten und gleichzeitig erfasst mich eine immense Wut darüber, dass den Opfern nicht vernünftig geholfen wird und die Täter ohne Strafe davon kommen. Und es sind keine Einzelfälle.
Was geht in den Gehirnen der Männer und Frauen vor, die so etwas tun bzw. zulassen? In was für einer Gesellschaft leben wir, dass das passieren kann und die Täter unbehelligt bleiben?
In einem demokratischen Land, wo doch Gerechtigkeit, Menschenrechte und somit Menschlichkeit hohe Werte sind, auch noch zu lesen, dass Hilfsmittel wie ein Trampolin oder E-Bike nicht genehmigt werden, da der Hüftschaden von Anne "nicht zwangsläufig vom Missbrauch kommen kann", ist so widerwärtig, dass es allein beim Lesen schmerzt.
Leider, leider kann ich die Situation nicht ändern. Aber vielleicht kann ich ein klein wenig zur Entlastung beitragen. Daher die Frage: Wohin könnte ich einen Geldbetrag überweisen, der dazu beitragen kann, dass z. B. Anne eines der Hilfsmittel bekommt? Wäre das möglich?
Zum Schluss noch ein großes Lob an die chrismon-Redaktion. Ich lese das Magazin sehr gerne, die Artikel sind sehr interessant und geben mir oft Erklärungen, neue Gedankenansätze über Kirche und Religion. Und das, obwohl ich schon lange kein Kirchenmitglied mehr bin und auch nicht tief religiös bin.
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Große Schwester
Den Artikel habe ich mit angehaltenem Atem gelesen. Ich danke Ihnen für Ihren Mut, Ihnen und zuallererst den beiden Frauen. Alles, was sie erzählen, hätte von mir sein können, und mehr. Ich bin Jahrgang 1955 und im Westen in einer Kleinstadt im kleinbürgerlichen Milieu großgeworden. Der Missbrauch durch meinen Vater begann, ich ich noch nicht 3 Jahre alt war. Und auch ich könnte Ihnen von mindestens einer Organisation erzählen und von Missbrauch gegen Bezahlung, sprich von Kinderprostitution.
Beim Lesen habe ich endlich verstanden, warum ich damals so grandios durch die Glaubwürdigkeitsprüfung gerasselt bin; es hat mich immer verfolgt, und ich habe ganz tief in mir verschlossen, dass ich wohl doch unglaubwürdig bin - obwohl es viele Menschen an meiner Seite gab und gibt, die mir glauben.
Wie auch immer, ich danke Ihnen! Und wenn Sie Kontakt zu Anne und Pia haben, dann sagen Sie ihnen doch bitte, dass ich zwar eine große Schwester bin, aber nicht aufgegeben habe!
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Verantwortung
Selten war ich so schockiert wie nach der Lektüre in einer christlichen Veröffentlichung, d.h. in dem Evangelischen Magazin Chrismon 03.2019
Wer tut so was?: Mit diesem detaillierten Bericht tragen Sie das Thema Missbrauch, genauer Kinderschändung, in eine breite Öffentlichkeit.
Ich frage mich, ob sich die Autoren und die Herausgeber von Chrismon ihrer Verantwortung für die teilweise in menschliche Abgründe führenden Texte
und ihre Wirkungen auf nicht mit so einem Thema befasste Menschen voll bewußt sind. Z.B. auf Kinder, die das Magazin auch lesen könnten.
Selbst als fast 80jähriger, in der Welt Herumgekommener, hat mich das Gelesene den Tag über mächtig schockiert.
Nicht zuletzt hat mich die Gleichgültigkeit der Umgebung - so z.B. der Schulärzte - sprachlos und wütend gemacht.
Bleibt schließlich die Frage: Was wollen Sie mit dem aufwühlenden Bericht bezwecken?
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Hilfe
Erst einmal vielen Dank, dass sie sich dieses Themas angenommen haben.
Ich konnte den Artikel kaum zu Ende lesen, weil die geschilderten Geschehnisse mich zutiefst erschüttert und geschockt haben.
Das Leid der Frauen ist gar nicht zu fassen.
Und die Rechtsmittel und angeblichen Hilfs-Einrichtungen sind ja völlig inkompetent, schamlos und zutiefst beschämend für ein vermeintlich zivilisiertes Land wie Deutschland.
Ich hoffe, dass es eine überwältigend große Resonanz gibt auf ihren entlarvenden Artikel.
Dass er mächtige Wellen schlägt und zum Weckruf wird für die beteiligten Täter sowie für die angeblichen 'Hilfs-Organisationen'.
Und vor allem möchte ich mein Mitfühlen für die Opfer ausdrücken und meine tiefe Achtung und Liebe für ihren weiteren Lebensweg.
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Mutter als Täterin
Der Artikel "Wer tut so was?" hat mich wirklich fassungslos zurückgelassen. Während des Lesens sind mir konstant die Tränen gelaufen.
Dass Menschen, und v.a. die eigenen Eltern, zu solchen Taten fähig sind, macht mich ebenso fertig wie die Tatsache, dass die Täter juristisch so gut wie nicht belangt werden können.
Es ist ein kleiner Trost, dass Anne und Pia nun von Menschen umgeben sind, welche sie lieben und unterstützen.
Ich bewundere ihre Stärke, über die Geschehnisse zu sprechen, um anderen helfen zu wollen.
Vielen Dank für diese Reportage. Sie wühlt mich zwar unheimlich auf, aber hilft mir vielleicht dabei, im Alltag aufmerksamer zu sein, was den Missbrauch an Kindern betrifft.
Außerdem bricht sie mit dem Tabu der Frau/Mutter als Täterin. Das ist m. E. wichtig für die bessere gesellschaftliche Aufklärung zu dem Thema.
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Sensibilisieren
Mit großem Interesse und geschockt habe ich Ihren Artikel über die zwei missbrauchten Frauen gelesen. Da mich das (Donnerstag habe ich es gelesen) bis heute beschäftigt, möchte ich mich doch kurz an Sie wenden.
Zum einen: Mein Kompliment. Ein Artikel, der dermaßen lange in Erinnerung bleibt, ist journalistisch wirklich hervorragend (und ich meine es ein wenig beurteilen zu können, da ich auch Journalistin bin, wobei ich inzwischen fast nur PR mache)
Zum anderen: Als Mutter (meine Kinder sind aber schon 18 und 20) und normaler Mensch bin ich mehr als fassungslos. Erwähnen möchte ich nur einen Aspekt, weil dieser der Sinn meiner Mail ist und etwas in die Zukunft blickt: Wie kann es sein, dass sich so viele mitschuldig an diesen Verbrechen gemacht haben? Vor allem Kindergärtner und Lehrer! Da in Deutschland Schulpflicht ist und die meisten Kinder auch in den Kindergarten gehen, wäre hier doch enormes "Potential" um stärker vorbeugend zu wirken.
Ich weiß nicht, ob es so etwas schon gibt, aber man könnte einen Verein gründen, der regelmäßig Lehrer und Kindergärtner informiert. Man könnte Rundschreiben an die Einrichtungen schicken, aber langfristig natürlich auch mal auf Lehrerkongressen (also da, wo viele Lehrer versammelt sind) die Lehrer für das Thema sensibilisieren. Weiter gedacht, müsste man sich natürlich kurz (um Tipps zu geben, wie sich Lehrer bei Auffälligkeiten verhalten sollen) mit der Polizei (und Jugendamt) treffen. Auf Kongressen könnte man auch Ihren Artikel zum Lesen verteilen (sofern von Ihnen erlaubt) etc. pp.
Vielleicht besteht von Ihrer Seite und/oder der beiden Frauen ein Interesse.
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Kinder sind am schlechtesten geschützt
Für Ihren sehr bewegenden Artikel möchte ich Ihnen herzlich danken!
Ich denke, wir als Gesellschaft müssen uns den Abgründen menschlicher Existenz ganz anders stellen.
Menschen mit sadistischen Neigungen wird es immer geben - und in jeder Gesellschaft Ein Glück, dass sie in Deutschland und Europa derzeit nicht als Folterknechte arbeiten können!).
Also suchen sie sich diejenigen aus, die am schlechtesten geschützt sind - und das sind hierzulande die Kinder.
Meine These:
das Erbe des Dritten Reiches begünstigt dies in mehrerer Hinsicht
- Eingriffsbehörden ( wie Jugendämter) wird viel stärker misstraut als in anderen Ländern, weil sie sich damals delegitimiert haben.
Wahrscheinlich dulden wir alle deshalb auch, dass kommunale Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe unterfinanziert, personell ausgeblutet und die dort Tätigen so schlecht bezahlt sind.
- das Ideal der Mütterlichkeit spukt immer noch in deutschen Köpfen und verstellt oft den realistischen Blick auf die tatsächliche Mutter - Kind- Beziehung.
Auch Nachbarn, Lehrer und andere Kontaktpersonen trauen dann ihren eigenen Beobachtungen nicht so recht „was nicht sein darf, hab ich auch nicht gesehen“.
Durch die Überlastung und Überforderung vieler Lehrer ( mit personell unzureichend ausgestatteter Integration Behinderter, Migration und anderen Herausforderungen) wird die Chance, Missbrauch zu erkennen nicht besser.
Gleichzeitig weiss ich wie groß die Bemühungen mancherorts sind, die Lage der Kinder und ihrer Familien zu verbessern - durch Zusammenarbeit von Kinderkliniken, Kitas , Hebammen, Familienhebammen und Jugendämtern.
In Nordrhein -Westfalen gibt es das „Netzwerk frühe Hilfe“ um Familien in Schwierigkeiten früh zu erkennen und zu unterstützen.
Ich wünsche mir jedoch noch viel mehr Geld, Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten in Kitas, Schulen und bei Familiengerichten, um die Problematik des Missbrauchs - auch des gewerbsmäßigen in Täternetzwerken - besser erkennen und begrenzen zu können.
Ich werde Ihren Artikel im Kollegen- und Bekanntenkreis weiterreichen.
Können Sie vielleicht auch zum Skandal in Lügde recherchieren?
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Mütterlichkeit
Ich bin auch der Meinung, dass der dt. Mutterkult dringend einer Renovierung bedarf. Wenn eine Mutter Angst um ihr Wohlergehen (phys. o. psych.) hat, werden ihr , ab einer bestimmten Schmerzgrenze, die Kinder egal. Das ist wohl ein ererbter evolutionärer Instinkt von unsren tierischen Vorfahren.
Die romantisch verklärte Mütterlichkeit, in Kombination mit dem Feminismus, wird wohl auch dazu beitragen, dass Eingriffsbehörden unrealistische Entscheidungen treffen. Außerdem denke ich, dass in den sozialen Einrichtungen viele unfähige Leute arbeiten. Das kann aber regional unterschiedlich sein. Dort wo lange SPD-Regierungen waren ist die Situation für die Männer schlechter als in "schwarzen" Regionen.
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Menschenwürde
Im Zusammenhang mit "Siebzig Jahre Grundgesetz" begründen Sie mit diesem unglaublichen Ausmaß des in Form und Inhalt beschriebenen Kindesmissbrauches meine tiefsitzenden Zweifel an der Gottesebenbildlichkeit des Menschen. Hier speziell die der "vielen Männer - und die [der] Mütter". Vor allem aber meine Zweifel an der aus der Gottesebenbildlichkeit abgeleiteten resp. höchstrichterlich behaupteten und festgeschriebenen Menschenwürde, die zudem dann auch noch in jedem Einzelfall unantastbar sein soll. Erlogen und geheuchelt pur!
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Hier hilft mir meine christliche Basis wirklich nicht weiter
Bei der Lektüre ihres Berichtes blieb mir mehrere Male die Luft weg; im Laufe meines langen Lebens mußte ich von vielen Grausamkeiten Kenntnis nehmen so manche auch selbst erfahren. Aber diese abgründigen Verbrechen an Kindern sind das Schlimmste und Unvorstellbarste.
Mich überkam sofort der Wunsch, den Tätern und Verantwortlichen die schlimmsten Schicksale und mittelalterliche Rache zu wünschen.
Unglaublich, daß solche "Monster" unbehelligt unter uns leben.
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OEG
Sehr geehrte Damen und Herren,
nicht zum ersten Mal habe ich Anlass, Ihnen in Sachen OEG zu schreiben. Ich verstehe nicht recht, welchen Sinn es haben soll, möglichen Antragstellerinnen und Antragstellern mit fehlerhaften Angaben den Mut zu einem Verfahren zu rauben.
Nun ja, als Richter am Sozialgericht kenne ich natürlich die wohlfeile Neigung die wohlfeile Neigung von Medien und Interessengruppen, die ach so bösen Behörden in Grund und Boden zu schrauben. Rentenversicherung, Krankenversicherung, natürlich Jobcenter und natürlich Versorgungsämter: Alles seelenlose Bürokraten, die den Bürger ärgern und Geld sparen sollen.
Mag ja im Sinne gesteigerter Aufmerksamkeit der Leserschaft alles ganz nett sein, aber bei der Wahrheit möge man schon bleiben. Nämlich: selbstverständlich benötigt man für das Verwaltungs- wie auch für das Gerichtsverfahren in Sachen OEG (und allgemein am SG) keinen Rechtsanwalt. Ein Großteil der Kläger tritt alleine auf oder leistet sich für derzeit meines Wissens 120 € pro Jahr die sehr kompetente Vertretung durch einen Verband wie den VdK.
Und natürlich muss man auch bei den Versorgungsämtern nicht jahrelang auf Auskunft und Antwort warten. Die Anwendung des OLG ist überall speziellen und ständig fortgebildeten Teams anvertraut, die zügig und kompetent reagieren. Und dasselbe setzt sich natürlich auch auf der gerichtlichen Ebene fort. Ich glaube, zu wissen, wovon ich rede, denn ich war nun einmal immerhin 18 Jahre lang (bis 2018 und bis zur Pensionierung) der am Sozialgericht München und mithin für ganz Oberbayern zuständige Richter auf diesem Gebiet.
Und natürlich gibt es auch keinen Rechtsgrundsatz, wonach eine Strafanzeige gegen mögliche Täter Voraussetzung für das OEG-Verfahren wäre. Selbstverständlich ist ein Strafverfahren außerordentlich hilfreich für den Nachweis des Gewaltgeschehens (wir haben es ja nicht nur mit sexualisierter Gewalt zu tun), aber allein schon in den vielen Fällen, in denen Missbrauch vor 20, 30 (!), 40 (!!), 50 (!!!) Jahren zum Gegenstand des Verfahrens gemacht wird und die Täter selbstverständlich verstorben oder nicht ermittelbar sind, ist eine Strafanzeige natürlich gegenstandslos.
Richter wie ich und die von mir in eigener Verantwortung ausgesuchten Sachverständigen und zwar auf zwei sorgfältig zu trennenden Gebieten, nämlich der Aussagepsychologie in Sachen Glaubhaftmachung von Aussagen und der Traumapsychiatrie in Sachen Schädigungsfolgen sind ebenfalls ständig fortgebildet und entsprechend sensibilisiert. Völlig klar war es für mich, Mitteilungen über eine Unsensibilität von Gutachterinnen und Gutachtern ernst zu nehmen und weitere Aufträge dorthin nicht zu vergeben.
Über das neue Recht der sozialen Entschädigung kann ich naturgemäß keine Aussage treffen. Einer generellen Denunziation der bisherigen Rechtslage, der bisherigen Verwaltungspraxis und der bisherigen gerichtlichen Arbeit kann ich aber aus wirklich gereifter eigener Arbeit widersprechen. Aber bitte sehr: die große Anklage insoweit ist medial natürlich viel interessanter als die differenzierte Realität.
Ihr jedenfalls stets treuer Leser
Andreas Knipping, Eichenau
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OEG
Sehr geehrter Herr Richter Knipping,
Sehr aufmerksam habe ich Ihren Leserbrief gelesen. Leider kann ich diesen nicht unkommentiert stehen lassen.
Es kann sein das Sie ein Richter waren, der stets schnell gearbeitet hat, aber die Realität sieht leider anders aus. Oder: ich wünschte mir in München gelebt zu haben.
Ich habe eine ähnliche Geschichte wie diese beiden Frauen, aber die wahre Hölle habe ich durch das OEG-Verfahren erlebt. Von Anfang an war es klar, das ich nach den Buchstaben des Gesetzes, Anspruch auf eine Entschädigung nach dem OEG Gesetz haben müsste, weil der Täter rechtskräftig verurteilt wurde. Aber was dann folgte war einmal die Verschleppung des Gerichtes selber, ich habe fünf verschiedene Richter kennengelernt, und dann zwei Gutachten die den Namen nicht verdient hatten. So voller Fehler das selbst die Mitarbeiterin von Wildwasser nicht mehr zuschauen konnte. Und das alles so verschleppt ( über 10 Jahre! ) das ich sogar noch ein drittes Gutachten erstellen lassen sollte, weil das letzte zu alt geworden war. Nach zehn Jahren Kampf hatte ich die Wahl, jetzt entweder vom Dach zu springen oder den Prozess abzubrechen und auf meine Ansprüche aus dem OEG zu verzichten. Ich bin nicht vom Dach gesprungen sondern habe den OEG Prozess abgebrochen. Damit bin ich aber durchaus nicht die Ausnahme sondern die Regel. So werden Ansprüche vom jeweiligen Bundesland umgangen.
Es kann sein, dass Sie Herr Knipping schnell gearbeitet haben, aber Sie sind damit eindeutig die Ausnahme und nicht die Regel!
Mit freundlichen Grüßen
Elke Bellmann
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Mißbrauch
Mit Betroffenheit habe ich den Artikel gelesen, höre als Ärztin in einer Suchtklinik oft ähnliche Berichte von Opfern. Es sind leider keine Einzelfälle. Als selbst liebevoll Aufgewachsene komme ich immer wieder an meine Schmerz- und Vorstellungsgrenze und möchte manchmal zumindest innerlich fliehen, nehme mich aber in die Pflicht, zuzuhören, hinzusehen, aufzuklären. Richtig, so ein Artikel gehört nicht in Kinderhände, vertrauensvolle Aufklärung darüber, dass es so etwas gibt, müssen leider schon Kinder altersangemessen erfahren. Wie sollten sie sonst wissen, dass sie zu uns mit allem "Komischen" kommen können? Aber nun zu uns: es sind nicht zuerst die Professionellen gefragt, sondern wir als stabile Ansprechpartner der Nachbarskinder, Klassenkameraden, Verwandten...Und war ist mit all dem was wir ahnen, wo es aber zu anstrengend und "schnüffelnd" erscheint, etwas zu tun? Es gibt hierauf keine einfachen Antworten. Danke, den Aufklärern für ihre Offenheit. Viel Kraft!
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Begriff "Sexueller Missbrauch"
Neulich habe ich auf WDR 5 in einer Reportage folgenden Hinweis gehört: Es wäre besser von "sexualisierter Gewalt an Kindern" als von "sexuellem Missbrauch" zu sprechen. Denn im Wort Missbrauch schwingt mit, dass es einen guten, legalen "Gebrauch" von Kindern/ Erwachsenen gibt. Jeder Mensch ist aber Subjekt und nicht Objekt und somit niemals Gebrauchsgegenstand - weder im guten noch im schlechten Sinne.
Das fand ich, obwohl ich sonst weniger zur Wortklauberei neige, doch einen sehr bedenkenswerten Hinweis und habe das im mein Sprachgebrauch übernommen. Vielleicht ist das auch ein sinnvoller Hinweis für die Redaktion von Chrismon, die sich ja in der Märzausgabe mit dem Thema eindrücklich beschäftigt hat.
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Missbrauch und Gebrauch
Sehr geehrte Frau Katharina Weinzheimer,
Sie haben zum Begriff Missbrauch angemerkt: "Denn im Wort Missbrauch schwingt mit, dass es einen guten, legalen "Gebrauch" von Kindern/ Erwachsenen gibt. Jeder Mensch ist aber Subjekt und nicht Objekt und somit niemals Gebrauchsgegenstand - weder im guten noch im schlechten Sinne."
In ähnlichem Sinn hatte sich bereits Frau Pfarrerin Birgit Lallathin geäußert: " sogenannten Missbrauch (als ob es eine positive Form dieses Ausdrucks gäbe: „Gebrauch“ etwa?)"
Ich fürchte, die Lage ist etwas ungemütlicher, als Sie beide es darstellen. Es ist verpönt, vom Gebrauch von Menschen zu reden. Anhänger der "political correctness" greifen hier gerne zu sprachpolizeilichen Maßnahmen. Das sollte hellhörig machen. Gibt es keinen Gebrauch von Menschen oder soll der gerade durch Sprachregelungen unter den Teppich gekehrt werden?
Der Gebrauch von Menschen ist sogar eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Die Unternehmer oder Unternehmen gebrauchen ihre Arbeitskräfte, um schöne Gewinne zu machen. Haben sie keine Verwendung mehr für die verehrten Damen und Herren Mitarbeiter, werden die entlassen. Also ein klarer Fall von Gebrauch.
Die Vermieter machen Gebrauch von ihren Mietern, solange es einträglich für sie ist. Wenn nicht mehr, werden sie sehr erfinderisch, wie man die jetzt Nutzlosen los wird.
Der Staat gebraucht seine Bürger und Bürgerinnen mit und ohne Uniform zum Kriegführen, zur Kriegsdrohung oder als zivile Kriegsopfer.
Die Liste ließe sich fortsetzen. Die Missbrauchstäter - oft selber früher Missbrauchsopfer - machen gewaltsam Gebrauch von den Kindern. Mit dem Gebrauch an sich stehen sie keineswegs im Gegensatz zu den üblichen Gepflogenheiten dieser Gesellschaft. Es ist der Gebrauch jenseits der erlaubten Grenzen, der sie zu Straftätern und Straftäterinnen macht.
Wie ein roter Faden zieht sich durch die meisten der empörungsreichen Leserkommentare die Vorstellung, die Verbrecher seien irgendwie von einem anderen Stern. Solche Verbrechen bei dieser doch so liebenswerten aufgeklärten, christlichen, abendländischen, friedfertigen oder sonst wie hochstehenden Gesellschaft!
Das Gegenteil ist der Fall. Jede Gesellschaft hat die Verbrechen, die zu ihr passen. Und spätestens die Verbrechen könnten Anlass sein, darüber nachzudenken, wie der gesetzestreue, nichtverbrecherische Alltag verläuft. Bedauerlich, dass dabei kaum einer oder einem schlecht wird, die Luft wegbleibt oder das Weinen kommt.
Traugott Schweiger
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Pia und Anne
Guten Tag,
ich hab den Link zum Artikel zufällig über Twitter bekommen.
Ich bin fassungslos und habe viel geweint beim Lesen.
An diejenigen die kritisieren, dass diese grausamen Details geschildert werden, möchte ich sagen, wie soll es im Vergleich zu Ihnen den Betroffenen gehen, die das alles und noch viel schlimmeres erlebt haben, wenn Sie es schon nicht aushalten können, "nur" darüber zu lesen?
Mein größter Respekt und mein Mitgefühl gilt diesen beiden Frauen, ich kann es nicht in Worte fassen. Dass sie ihr Martyrium überlebt haben, ist für mich ein absolutes Wunder. Umso schrecklicher dass es so wenig kompetente Ansprechpartner in dem Bereich gibt, die heute therapeutisch und menschlich begleiten können. Bei vielen Menschen, auch den Lesern, greift hier der Abwehrmechanismus "es kann nicht sein was nicht sein darf" was sich in Unverständnis und sogar Schuldzuweisungen äußert weil es kaum auszuhalten ist, mit so einer unvorstellbar grausamen Realität von Opfern konfrontiert zu werden. Die psychischen Kapazitäten die die Auseinandersetzung mit dem Thema benötigen, haben viele Menschen nicht.
Umso wichtiger ist es über dieses Thema in der Öffentlichkeit aufzuklären, um dafür zu sensibilisieren und andere Kinder dadurch zu retten. Ja, auch Mütter werden zu Tätern und die Dunkelziffer ist verdammt hoch!
Ich habe mich gefragt, ob es nicht möglich ist, Geld zu sammeln für das E-Bike und Trampolin? Es gäbe sicher einige Menschen die unterstützen möchten, so auch ich.
Ich wünsche den beiden Frauen einfach nur, dass sie jetzt und heute viele positive Begegnungen und Dinge erfahren können, auch wenn es niemals einen Trost oder eine Entschädigung geben kann für die Versäumnisse der Gesellschaft die hier vorliegen.
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Sorge
Mit Entsetzen las ich den ausführlichen Bericht mit und über die beiden Frauen, die jahrelangen sexuellen Missbrauch und sadistische Folter ertragen mussten. Ich danke Ihnen, dass Sie sich dieses wichtigen Themas angenommen haben. Vorallem danke ich den beiden Frauen und ihren Begleitern für ihren unfassbaren Mut und ihre Deutlichkeit.
Gleichzeitig bin ich sehr erschüttert, wütend auf die Täter, voller mit-Leid für die Opfer, bleibe ratlos und sensibilisiert zurück.
Und ich möchte Ihnen eine Sorge gestehen: Was geschieht mit jungen Menschen, insbesondere Mädchen aber auch Jungen, die - weil das Magazin im Haushalt ihrer Eltern oder in einer Gemeinde oder anderswo frei zugänglich ausliegt - an diesen Artikel geraten und ihn unvorbereitet lesen??? Ich finde den Bericht nicht "jugendfrei" (gleichwohl, oder gerade weil es um derart gewalttätige bösartige Miss-Handlungen an Kindern geht) und hätte einen entsprechenden Hinweis spätestens im Inhaltsverzeichnis oder auf der Aufmacherseite des Beitrags für sinnvoll gefunden.
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Weitergabe der Traumatisierung
Ich möchte als praktizierende Psychotherapeutin zu bedenken geben, dass diese doch detailreichen Beschreibungen zur Traumatisierung bei Lesern führen können. Sie schreiben, dass Opfer zu Tätern werden. Genau so ist es: es ist den Frauen unter keinen Umständen vorzuwerfen, dass sie die sie quälenden Flashbacks aus sich heraushaben wollen. Vollkommen nachvollziehbar. Nur kann es bei dieser Schwere der Traumatisierung eben dazu kommen, dass Leser diese projizierten Anteile introjizieren und damit diese Traumatisierung ebenfalls einsickert.
Ich bitte Sie eindringlich, dem Artikel einen Warnhinweis voranzustellen. Mir wurde der Artikel in meinen News angezeigt und ist so "unaufgefordert" zu mir gekommen. Kaum auszumalen, wer das so einfach lesen kann und welche weitreichenden Schäden zugefügt werden. Ich habe viele Patientinnen erlebt, die durch derart unkontrolliert auf sie einfallende Berichte dissoziiert sind und akut auf Station aufgenommen werden mussten.
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unhaltbar und gefährlich
Sehr geehrte Psychotherapeutin,
ich finde, unabhängig von der großzügigen Verwendung von Fachwörtern ihre geäußerte Lesermeinung irreführend und gefährlich. Es gibt keine belastbare wissenschaftliche Literatur, die die Behauptung dass das Lesen über Schicksale von Unbekannten, zu derartig dramatischen klinischen Folgen führt. Das wäre auch zutiefst erstaunlich, weil über reines Lesen aufgenommene Informationen anders neuronal verarbeitet werden, als Traumatisierungen oder der direkte Umgang mit Trauma-Betroffenen. Was Sie da mehrfach erlebt haben wollen, hat nicht mal einen medizinischen Begriff, denn von Tertiärtraumatisierungen kann nicht gesprochen werden, dazu fehlt der persönliche Kontakt mit Betroffenen.
Auch die Shoah wird bundesweit als fester Bestandteil des Lehrstoffes in Schulen besprochen, über gefolterte Frauen- und Kinder in Kriegsgebieten in der Tagespresse informiert etc., flächendeckende Traumatisierungen sind dabei nicht umfänglich beschrieben, wohl hingegen ein gelegentliches Aufmerken, emotionales Mitschwingen, manchmal der Wunsch zu helfen oder im eigenen Umfeld wachsam zu sein. Mag es sein, dass diese "vielen Patientinnen" ganz andere eigene Schwierigkeiten haben? Und die Verortung des Problems im ganz-Außen eine bequeme „Lösung“.
Über Gewalt berichten ist nicht falsch, oder, wie von Ihnen ja fast unterstellt, eine egoistische, die Umfeld belastende Strategie mit dem eigenen Leid umzugehen. Sondern das Weg-sehen, das Wir-wollen-gar-nichts-damit-zu-tun-haben, das Aber-wenn-das-einer-ließt-kann-den-das-ja-auch-belasten schadet unserer Gesellschaft und gefährdet die Kinder, die darin leben.
Ja, solche Informationen sollen unaufgefordert kommen, wie auch die Information über zunehmende Umweltzerstörung in erster Linie die Unaufmerksamen und nicht die bereits sensibilisierten aktiven Umweltschützer erreichen soll. Alleine der Fall in Lügde sollte Ihnen als Fachfrau nochmal zeigen, dass es hier nicht um ein paar extreme traurige Einzelschicksale geht, sondern um eine gesellschaftliche Realität. Die geht uns alle an.
"Warnhinweise" vor Veröffentlichungen werden von Fachkreisen und Betroffenen sehr unterschiedlich gewertet, meines Erachtens reicht die Überschrift als Warnhinweis völlig. Wenn Sie sich mit solchen Themen nicht auseinandersetzen möchten, brauchen Sie nicht weiter zu lesen. So weit, liebe Psychotherapeutin, geht die Eigenverantwortung in Zeiten des digitalen Wandels.
Warum finde ich Ihren Beitrag gefährlich? Weil er zum Schweigen auffordert! Aus Rücksicht auf eventuelle Folgen für Dritte, Vierte, Fünfte, für deren Gefährdung es keinen Belege gibt, erst recht nicht in dem von Ihnen beschriebenen Ausmaß, soll über Gewalt und ihre Auswüchse in unserer Gesellschaft nicht berichtet werden? Sie pathologisieren die berichtendenden Frauen und meinen, die Intentionen der beiden kennen und bekannt geben zu können. So Sie, wie ich annehme, keine der beiden Frauen persönlich kennen, sind ihre Behauptungen leider schlicht anmaßend. Haben Sie die geäußerte Berichtintention gelesen, das Lebensbejahende, die Ermutigung?
Man könnte aus Zeile 2 und 3 ihres Textes sogar ableiten, dass Sie die Frauen zu Täterinnen erklären, weil das von ihnen berichtete in diesem Artikel veröffentlicht wird. Aber das geht sicher auch Ihnen zu weit, nicht wahr?
Sie als Fachfrau, wieviel Patient*innen haben Sie denn gesehen, die von einem jahrelangen Martyrium berichten, das hätte viel früher enden können, wenn jemand das Leid vermutet hätte und die Courage aufgebracht hätte, dem Opfer zu helfen?
Der Artikel bietet Anstoß Hinzusehen und diese Courage zu entwickeln! Und den anderen Leserzuschriften ist zu entnehmen, dass das schon erfolgreich war.
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