Wie eng sie beisammensitzen. Sie entweder auf seinem Schoß oder doch zumindest mit ihren Füßen darauf, damit er sie massieren kann. Ihre Socken haben kindlich-große rosafarbene Punkte. Und auch ihr magentafarbenes DFB-T-Shirt trägt sie, nicht etwa, weil sie sich sonderlich für Fußball interessieren würde, sondern ausschließlich wegen seiner offensiven Heiterkeit.
Er dagegen, geschuldet einer genauen ästhetischen Vorstellung davon, was ihn gut kleidet, in dunkel-gesetztem Oberhemd, das seine grau melierten Haare vorteilhaft kontrastiert. Auch er mit dem gelösten Lächeln des Verliebten, aber sich dennoch nicht völlig darin verlierend, weil das nicht seinem Charakter entspräche und ein gewisses Maß ja auch in der Liebe von Vorteil ist. Durch seine strahlend blauen, fast hypnotischen Augen sieht er eine Frau, die ihre Haare mit einer Schmetterlingshaarspange hochsteckt und in vielem schneller ist als er selbst. Manchmal weiß er gar nicht, wie er die heranrollenden Wogen ihrer Begeisterung parieren soll. In jeder seiner Gesten, jedem seiner Sätze steckt etwas abgewogen Kontrolliertes. "Ich bin kein Haudrauf", sagt Christian.
Genau das liebt sie an ihm.
Andererseits.
Wenn sie von Kindern redet, findet er das zu früh. Insbesondere deshalb, weil sie ja gar keine bekommen kann. Und sie allerlei Aufwand betreiben müssten, würden sie es trotzdem wollen. Mit ungestümer Kraft drängt sie in das Leben, das sie viele Jahre versäumt hat. Während sie bereits an einer gemeinsamen Zukunft baut, ist er kaum in der Gegenwart angekommen. Obwohl 18 Jahre jünger als er, hat sie viel konkretere Vorstellungen von dem, was sie will. "Bei ihr ist es ein farbiges Bild, das bereits fertig gemalt an der Wand hängt", sagt Christian. Sein eigenes Leben dagegen "eher noch eine unfertige Bleistiftskizze".
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