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Ich weiß noch sehr gut, wie ich während meiner Arbeit im Museum mal in einem höchst langweiligen Meeting saß. Mächtige Müdigkeit schoss mir ins Hirn, wilde Fantasie vermischte sich mit der Wirklichkeit. Nur durch konstantes In-den-Arm-Kneifen schaffte ich es, wach zu bleiben.
Nach dem Meeting war ich richtig stolz auf meine Leistung und meinte zu einer Kollegin: "Wahnsinn, niemandem ist aufgefallen, dass ich müde war, oder?" Und sie antwortete konsterniert: "Jakob, alle haben es gemerkt! Dein Kopf ist alle fünf Minuten nach unten gesackt und wieder hochgeschnellt wie bei den Marionetten der Augsburger Puppenkiste."
Worauf ich hinauswill: Der Kunstbetrieb kann ermüdend sein. Das weiß auch das skandinavische Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset und platzierte 2025 eine schlafende Mitarbeiterin im Schaufenster einer Pariser Galerie. Vorbeilaufende Menschen waren verwirrt, manche versuchten die hyperrealistische Figur sogar zu wecken und klopften an die Scheibe, als wäre es ein Zoogehege.
Was hatte die Frau so sehr erschöpft? Stress, Überarbeitung, Fresskoma oder ein schlimmer Kater? Das Werk kann als Kommentar auf unsere effizienzgetriebene Gesellschaft verstanden werden. Ein Mittagsschlaf im Büro ist verpönt, stattdessen wird literweise Kaffee getrunken, gern aus Tassen mit der Aufschrift "Für einen Burn-out fehlt mir einfach die Zeit".
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