chrismon: Frau Wardetzki, worum handelt es sich bei weiblichem Narzissmus?
Bärbel Wardetzki: Den weiblichen Narzissmus habe ich erstmals entdeckt, als ich in einer Klinik mit essgestörten Frauen arbeitete. Dort wurde mir bewusst, dass es sich um eine andere Form des Narzissmus handelt – nicht die grandiose, selbstüberhöhte Variante, die man eigentlich kennt.
Vielmehr begegnete mir ein Narzissmus, der aus einem tiefen Gefühl der Nichtigkeit und Selbstverkleinerung entsteht. Diese innere Leere wird durch äußerliche Merkmale wie Schönheit, Schlankheit oder Leistungsfähigkeit kompensiert – als Versuch, ein stabiles, positives Selbstbild aufzubauen.
Worin besteht der Unterschied zu männlichem Narzissmus?
4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.


