Psychologie
"Weiblicher Narzissmus ist eher leise und verdeckt"
Bei Frauen sind Ursachen und Symptome von Narzissmus meist andere als bei Männern. Psychologin Bärbel Wardetzki weiß, welche seelischen Probleme hinter der weiblichen Form der Persönlichkeitsstörung stecken
Ein Mädchen mit geflochtenem Haar sitzt vor einem Schminktisch und betrachtet sich in einem kleinen Standspiegel. Im Hintergrund ein Bett und ein runder Wandspiegel
Beim weiblichen Narzissmus versuchen Betroffene, Minderwertigkeitsgefühle durch Schönheit, Schlankheit oder Leistungsfähigkeit zu kompensieren
Justin Paget / Getty Images (Symbolbild)
07.07.2026
6Min

chrismon: Frau Wardetzki, worum handelt es sich bei weiblichem Narzissmus?

Bärbel Wardetzki: Den weiblichen Narzissmus habe ich erstmals entdeckt, als ich in einer Klinik mit essgestörten Frauen arbeitete. Dort wurde mir bewusst, dass es sich um eine andere Form des Narzissmus handelt – nicht die grandiose, selbstüberhöhte Variante, die man eigentlich kennt.

Vielmehr begegnete mir ein Narzissmus, der aus einem tiefen Gefühl der Nichtigkeit und Selbstverkleinerung entsteht. Diese innere Leere wird durch äußerliche Merkmale wie Schönheit, Schlankheit oder Leistungsfähigkeit kompensiert – als Versuch, ein stabiles, positives Selbstbild aufzubauen.

Worin besteht der Unterschied zu männlichem Narzissmus?

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