Rechtspopulismus
"Die Leute fühlen sich als Teil einer wütenden Gemeinschaft"
Rechtspopulisten sind auf dem Vormarsch, auch in Deutschland. Der Psychologe Bertolt Meyer meint, dass die Rechten sich unsere seelischen Grundbedürfnisse zu eigen machen. Doch es gibt ein Gegenmittel
Bertolt Meyer
Bertolt Meyer forscht an der TU Chemnitz zu Vielfalt in der Gesellschaft und Arbeitswelt und zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung
Jan Woitas/dpa/picture alliance
Tim Wegner
Aktualisiert am 14.04.2026
8Min

chrismon: Mit Ihrem Buch "Anders" wollen Sie erklären, warum die Gesellschaft in vielen Fragen gespalten ist und wie es gelingen kann, Konflikte zu überwinden. Dabei geht es auch um die Rolle von Angst und Wut. Warum ist es Ihnen als Psychologe wichtig, zwischen diesen beiden Gefühlen zu unterscheiden?

Bertolt Meyer: Angst und Wut sind emotionale Reaktionen auf das Gefühl von Bedrohung. Aber Angst ist ein zurückziehendes Gefühl, Angst macht vorsichtig. Menschen, die ängstlich sind, suchen Informationen über Ursachen der Bedrohung und Möglichkeiten, mit ihr umzugehen. Angst kann sogar geistig flexibel und offen für Neues machen.

Und Wut?

Wut ist ein aktivierendes Gefühl. Angst kann lähmen, aber Wut kann zu aggressivem Handeln motivieren. Es gibt eine aktuelle Studie, in der das Wahlverhalten in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien untersucht wurde. Es geht um die Frage: Warum wählen Menschen Rechtspopulisten?

chrismon Spendenabo doppeltgut
doppeltgut
Digitales Spendenabo abschließen und weiterlesen

4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.

Dieser Text erschien erstmals am
Die Kommentarfunktion ist nur noch für registrierte Nutzer verfügbar. Um einen Leserkommentar schreiben zu können, schließen Sie bitte ein Abo ab, schreiben Sie uns eine Mail an leserpost@chrismon.de oder diskutieren Sie auf Instagram, Facebook und LinkedIn mit.