Gerade eben war überall Gezwitscher und Gepiepse, man sah Vogeleltern herumfliegen, voll im Stress wegen der Kinderaufzucht - und jetzt? Warum sieht man gerade kaum noch Vögel? Weil ab etwa Juli die jährliche Mauserzeit beginnt. Viele Vogelarten erneuern jetzt ihr abgenutztes Federkleid. Zwei bis drei Monate dauert der Federwechsel. Das ist körperlich ziemlich anstrengend. Und auch gefährlich, weil viele Vögel in der Mauser schlechter fliegen können, also leichte Beute für Räuber sind. Daher leben die Vögel zurückgezogen, verborgen im Gebüsch. Sie sehen auch schlimm aus - die zerzausten, kahlköpfigen Meisen zum Beispiel nennt man "Geiermeisen". Allerdings sind manche Amseln mit lückenhaftem Federkleid auch einfach vom Usutu-Virus befallen.
Richtig große Vögel wie Störche, Reiher und einige Greifvögel erneuern ihre Schwungfedern über mehrere Jahre hinweg. Adler nehmen sich dafür sogar bis zu fünf Jahre Zeit. Ist ja auch klar: Adler finden ihr Futter nicht zu Fuß pickend am Boden wie Amseln, sondern stoßen aus der Luft auf Beute nieder. Ohne zu fliegen, würden sie verhungern.
Ab September sieht man dann wieder alle Vögel. Außer denen, die nach Süden gezogen sind. Allerdings gibt es in Deutschland übers ganze Jahr gesehen immer weniger Vögel. Bei der Zählaktion "Stunde der Gartenvögel" wurden im vergangenen Mai im Schnitt nur noch 28,45 Vögel pro Garten gezählt. Vor zehn Jahren wurden noch 36 Vögel pro Garten gesichtet.
"Das ist ein deutlicher und nahezu kontinuierlicher Rückgang, der mit Wetterzufälligkeiten oder ähnlichen Faktoren nicht mehr zu erklären ist", sagt der NABU. Auch die gängigen Arten schrumpfen - Blaumeisen, Haussperlinge, Buntspechte. Ihnen fehlen Nahrung, Lebensraum, Brutplätze.
Wie unterscheiden sich Weizen, Gerste und Roggen?
Das Getreide steht gelb und reif, jetzt kann man es leicht bestimmen. Als Kinder haben wir das alle mal gelernt - und dann wieder vergessen, wie sich Weizen, Gerste, Roggen unterscheiden. Irgendwas war da mit den Grannen, den langen Borsten an den Ähren. Genau, und hier ist eine Eselsbrücke zur Getreidebestimmung: In dem Wort Gerste gibt es ein großes "G" - also hat die Gerste lange Grannen. Im Wort Roggen gibt es nur ein kleines "g" - Roggen hat kurze Grannen. Im Wort Weizen gibt es gar kein "g" - der Weizen hat keine Grannen.
Gerste und Roggen haben also Grannen, aber bei der Gerste sind sie viel länger, deshalb machen Gerstenfelder einen wabernden Eindruck. Roggen ist außerdem, wenn noch nicht total reif, eher eine blaugrüne Pflanze. Hafer übrigens hat keine Ähren, sondern lockere Rispen. Aber Hafer wächst eh nur auf drei Prozent der Getreideanbauflächen, Weizen dagegen auf rund 50 Prozent der Getreidefelder, Gerste auf weiteren rund 25 Prozent.
Blickt man auf alle landwirtschaftlich genutzten Flächen, dann wächst auf rund 60 Prozent Futter für Nutztiere - zum Beispiel Gras, Weizen, Mais. Nur auf einem Teil der Flächen wachsen Pflanzen, die direkt für die Ernährung der Menschen bestimmt sind, also ohne Umweg über Tiere. Für Obst und Gemüse wird gerade mal 1 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche genutzt, nimmt man Kartoffeln dazu, sind es 2,9 Prozent.
Nur rund 20 Prozent unseres Obstbedarfs werden durch heimische Erzeugung gedeckt, bei Gemüse sind es 37 Prozent. Bei den Kartoffeln übersteigt Deutschlands Ernte bei weitem den Bedarf, ebenso bei Zucker, Fleisch, Milch, Getreide. Geht alles in den Export. Für Schnitzel, Pommes und Brot ist also gesorgt ... Dass so viel Obst und Gemüse importiert wird, hat nicht nur mit dem Wetter zu tun - Holland hat auch nicht mehr Sonne. Immerhin kommt jeder zweite hierzulande verzehrte Apfel aus heimischem Anbau.
Hummeln einfach am Po erkennen
Hummeln brummen beeindruckend tief (deswegen haben sie in ihrem lateinischen Namen alle ein "Bombus" - für "Brummen"), aber Angst muss man keine vor ihnen haben. Sie sind viel friedfertiger als Honigbienen, stechen selten und wenn, dann nur mit ganz wenig Gift, ihre Stiche tun kaum weh.
Man darf sich aber respektvoll vor ihnen verneigen: Sie bestäuben bis zu fünfmal so viele Blüten wie Honigbienen in derselben Zeit, weiß die Naturschutzorganisation BUND. Und sie fliegen schon bei acht Grad Celsius los und sind also lang vor den Honigbienen an den Blüten, um Pollen und Nektar zu sammeln. Die meisten Bienen wollen mindestens zwölf Grad.
Die Steinhummel ist besonders anpassungsfähig - sie wurde auch schon am europäischen Polarkreis gesichtet und in den Alpen auf 2000 Meter Höhe. Sie ist ziemlich auffällig, man kann sie sich gut merken: rundum schwarz bepelzt, aber mit leuchtend orangem Po. Die Steinhummel heißt so, weil sie gern zwischen Steinen nistet oder in Mauerlöchern. Ebenfalls leicht zu erkennen ist die Gartenhummel - die hat einen weißen Po und obenrum noch zwei gelbe Streifen.
Die Steinhummel sammelt bis zu drei Kilometer von ihrem Nest entfernt. Rechnet man ihre Körpergröße von etwa 1,5 cm um auf einen Menschen mit 170 cm, müsste der Mensch jeden Tag 340 Kilometer zum Supermarkt laufen (und dasselbe wieder zurück). Gut, dieser Vergleich ist albern. Aber man versteht, warum die sammelnden Hummeln im Schnitt nur 19 Tage alt werden.




