Rawan Darwish (Jahrgang 1996):
Zehn Jahre war ich nicht in Syrien. In meinem Heimatland, wo ich geboren wurde und gelebt habe, bis ich 18 Jahre alt war. 2015 war ich aus Aleppo nach Deutschland geflohen – vor dem Krieg und vor einer ungewissen Zukunft. Dann wurde im Dezember 2024 über Nacht das Assad-Regime gestürzt. Plötzlich hatten wir Syrer wieder Hoffnung – und ich konnte wieder in meine alte Heimat reisen. Das tat ich im Juli 2025.
An meinem ersten Morgen in Aleppo wachte ich im alten Haus meiner Großeltern auf, es war heiß. Von der Straße dröhnte Musik ins Haus, die vom Gasflaschenverkäufer abgespielt wurde. So war das immer in Aleppo. Und genau das habe ich immer geliebt.
Nach dem Frühstück traf ich meine besten Freunde aus Kindertagen. Die Stadt wurde im Krieg total zerstört, aber die Gesichter sind gleich geblieben. Ein Freund weinte sehr, als er mich sah. Wir hielten uns minutenlang in den Armen.
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