Musikogene Epilepsie
Wegen der Krankheit auf Musik verzichten? Niemals!
Sonja Schöntauf hat eine Form der Epilepsie, die durch Musik ausgelöst wird. Heute hat sie ihren Frieden mit der Krankheit gemacht - und singt trotzdem regelmäßig in der Kantorei
Noten lösen sich von einem Notenblatt. Symbolfoto
Es hat lange gebraucht, bis Sonja Schöntauf sich wieder getraut hat, zu singen und Musik zu hören
Donfiore/Getty Images
Tim Wegner
Aktualisiert am 15.07.2026
4Min

chrismon: Sie haben eine Form der Epilepsie, die durch Musik ausgelöst wird. Wie äußerte sich das zum ersten Mal?

Sonja Schöntauf: Ich war vor über zehn Jahren mit meinen kleinen Kindern, damals drei und fünf, auf dem Weihnachtsmarkt, dort sang ein Gospelchor. Ich bin plötzlich umgefallen, Schädelbruch, Rettungswagen. Als ich nach meinen Kindern gerufen habe, haben die Sanitäter gelacht. Sie dachten, ich hätte zu viel Glühwein getrunken. Aber im Krankenhaus war dann schnell klar – auch weil ein Passant gesehen hatte, dass ich gekrampft hatte: Ich leide an Epilepsie.

Ich hatte schon seit einigen Jahren beim Musikhören merkwürdige Absencen gehabt, die sich niemand recht erklären konnte. Jetzt wusste man, dass es sich dabei um "kleine" epileptische Anfälle gehandelt hatte. Die Situation auf dem Marktplatz war mein erster "großer" Anfall mit Bewusstlosigkeit und Krämpfen. Die Epileptologen finden das übrigens toll …

Toll?

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