Wie belastet ist das Wort "Lebensraum"?
Sprachstunde - Folge 21
Lena Gerlach, PR
Podcast "Sprachstunde"
Wie belastet ist das Wort "Lebensraum"?
"Lebensraum" - ein biologischer Begriff oder belastete Nazisprache? Wie man damit umgeht, diskutieren Biologin Elke Brüser und Ursula Ott im Podcast
Tim Wegner
08.12.2021

Der Ausdruck "Lebensraum" weckt unterschiedliche Assoziationen. Biologisch betrachtet beschreibt er schlichtweg Faktoren, die für das Überleben einer Tier- oder Pflanzenart wichtig sind, zum Beispiel Nahrungsquellen, Brutplätze oder Witterungsbedingungen. Historisch ist der Begriff allerdings stark durch die Nationalsozialisten belastet. Adolf Hitler rechtfertigte seinen Vernichtungsfeldzug nach Osteuropa mit einer "Lebensraumerweiterung" für die deutsche Bevölkerung, Millionen Menschen wurden ermordet und vertrieben.

Privat

Elke Brüser

Elke Brüser, Jahrgang 1952, ist promovierte Biologin und Wissenschaftsjournalistin. Sie betreibt seit 2016 den Vogelbeobachtungs-Blog "Flügelschlag und Leisetreter". Außerdem ist sie Mitbegründerin der pharmakritischen Zeitschrift "Gute Pillen - schlechte Pillen".

"Jedes Mal, wenn ich dieses Wort verwende, bekomme ich etwas Bauchschmerzen", sagt die Wissenschaftsjournalistin Elke Brüser. Wenn sie es also in ihrem Vogelbeobachtungsblog erwähnt, setzt sie ein Sternchen und ordnet es mit einer Fußnote ein.

Ist das der richtige Umgang mit dem Begriff? Gibt es neutralere und weniger belastete Wörter? Darüber – und was der Vogel des Jahres 2022 mit ihrer früheren Frisur zu tun hat – spricht chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott mit Elke Brüser in der neuen Folge der "Sprachstunde".

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Das Wort wurde zu Belastung gemacht. Es hätte auch jedes andere Wort sein können. Fliegerhorst. Frauenbild. LSR Luftschutzraum.

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Ich kenne da wirklich üble Wörter dieser wettbewerbsbedingten Welt- und "Werteordnung": Bedürftigkeit, Sozial-/Lebens-/Entwicklungshilfe, Menschenrechte, Menschenwürde, usw.!