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Diesmal erzählt Michael Köhlmeier von sich selbst. Von seiner Familie, die so gern eine "normale" Familie gewesen wäre. Erst als Vierjähriger lernt er seine Eltern "richtig" kennen, denn eine schwere Erkrankung der Mutter zwang den Vater dazu, seine beiden Kinder zu Tante und Großmutter zeitweise in Obhut zu geben. Als sich die Mutter halbwegs erholt, kehren die Kinder nach Vorarlberg zurück. Intensiv nähert sich Köhlmeier seiner cholerischen Mutter und dem unnahbaren Vater an, der nicht nur eine Geliebte hat. Eine berührende Glückssuche, eine autobiografische Annäherung an eine Familie, in der keiner es dem anderen leicht macht.
Aufreibend geht es auch in Patrick Ryans Roman zweier Familien zu, der in der Kleinstadt Bonhomie, Ohio, spielt. Der junge Eisenwarenhändler Cal heiratet 1942 die selbstbewusste Becky, die in Séancen Tote zum Sprechen bringt. Als sich Cal auf eine Affäre mit Nachbarin Margaret einlässt, deren Mann Felix im Zweiten Weltkrieg in Japan kämpft, droht alles aus dem Ruder zu laufen. Wer ist der Vater von Margarets Sohn Tom, der "Buckeye", Rosskastanie, genannt wird? Und was hat es mit Felix’ versteckter Homosexualität auf sich? Ryans bewusst langsam erzählter, bis in die 1980er Jahre reichender Roman beleuchtet Abgründe und fragt danach, was Menschen zu vergeben bereit sind – in Zeiten, da die "große" Politik, der Vietnamkrieg zum Beispiel, selbst vor einer Kleinstadt nicht haltmacht.





