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Endlich ein Familienroman, der aus dem Rahmen fällt! Hal Ebbott erzählt von zwei eng miteinander verbundenen Familien – bis es auf einer Geburtstagsfeier zur Eskalation kommt. Der 52-jährige Emerson belästigt Anne sexuell, die 16-jährige Tochter seines besten Freundes Amos. Nach und nach wird offenbar, was geschehen ist.
Kann Amos seiner Tochter glauben, wissend, dass seine Freundschaft mit Emerson in die Brüche gehen wird? Und wie steht Annes Mutter zu dem unfasslichen Geschehen? Hält sie es für eine pubertäre Fantasie oder vertraut sie Anne? Quälende, folgenreiche Entscheidungen stehen an. "Unter Freunden" ist spannend, psychologisch durchdringend, kurzum: ein großartiges Buch.
Nicht minder Einschneidendes widerfährt Johanna Sebauers Erzähler Hendrik Popom. In einem Kiosk zwischen Dosenpfirsichregalen sieht er plötzlich einen Mann, der sein älteres Ich zu sein scheint. Er nimmt die Verfolgung auf, entdeckt, dass der Doppelgänger mit Pfeifen handelt und sein Name sich nur durch einen Akzent – Popóm – von seinem unterscheidet.
Unaufdringlich zeigt die tragikomische Geschichte, welche tiefgreifende Bedeutung die Begegnung für Hendrik hat. Denn ist es wirklich so, dass sein Alter Ego ihm sein Leben quasi voraushat? Je mehr der Erzähler über den Pfeifenhändler erfährt, desto unerträglicher erscheint ihm die Vorstellung, sich einem vorgezeichneten Schicksal ergeben zu müssen. Ein kluges, souverän erzähltes Buch.



