Erste deutsche Astronautin
Wie ein Flug ins Weltall sie verändert hat
Rabea Rogge war als erste deutsche Frau im Weltall. Der Blick aus der Umlaufbahn hat sie in ihrem Zukunftsoptimismus bestärkt - und ihren Blick auf die Menschheit geweitet
Protagonistin in FRAM2- Weltraumanzug nimmt aus ihrem Sitz Konfigurationen vor. Das Display des Bordcomputers spiegelt sich in ihrem Visier.
Rabea Rogge flog als erste deutsche Frau jemals ins Weltall
FRAM2
Privat
28.07.2026
6Min

chrismon: Frau Rogge, Sie waren im vergangenen Jahr als erste deutsche Frau im Weltall. Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie die Erde aus dem Weltraum gesehen haben?

Rabea Rogge: Als ich das erste Mal aus dem Fenster geguckt habe, war ich überwältigt. Die Erde in ihrer Ganzheit zu sehen war unglaublich beeindruckend. Mir war wegen der Schwerelosigkeit aber noch sehr schlecht, mein Körper musste sich erst an die Umgebung gewöhnen. Emotional so richtig berührt war ich erst am zweiten Tag.

Was ist da passiert?

Wir haben die Erde bei unserer Umrundung einmal komplett beobachtet. In 90 Minuten einmal um den Planeten, mit über 27.000 Kilometer pro Stunde. Auf der Tagseite sieht man keine Menschen, sondern nur die Natur und die Ozeane. Auf der Nachtseite hingegen sieht man allein die Menschheit: ihre Lichter oder die Fischereiflotten auf dem Meer. Das alles innerhalb von 90 Minuten zu sehen, hat mich tief berührt.

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Infobox

Die Weltraummission "Fram2" fand vom 1. bis 4. April 2025 statt und war ein privat finanzierter Charterflug ins All mit wissenschaftlichem Anspruch. Der Missionsname zitiert den Namen des Motorseglers "Fram", mit dem Fridtjof Nansen 1893 bis 1896 den Nordpol und Roald Amundsen 1910 bis 1912 den Südpol der Erde erkundete. Beides waren norwegische Polarforscher. Die Kapsel umrundete die Erde erstmals auf einer Umlaufbahn über beide Pole in einer Höhe von rund 450 km 55-mal, bevor sie am 4. April vor der kalifornischen Küste im Pazifik wasserte.

Bitcoin-Milliardär Chun Wang, der auch selbst als Missionskommandant mitflog, hatte den Flug mit der Crew-Dragon-Kapsel "Resilience" bei Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX bestellt. Neben der deutschen Wissenschaftlerin Rabea Rogge, die er 2023 bei einem Expeditionstraining auf Spitzbergen kennengelernt hatte, lud Wang noch die norwegische Filmemacherin Jannicke Mikkelsen sowie den australischen Polarguide Eric Philips ein. Ausgebildete Astronauten oder Piloten zählten nicht zur Crew, die Mitglieder absolvierten verschiedene Trainings zur Vorbereitung auf den Flug, bei dem die Raumkapsel vollautomatisch gesteuert wurde.

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