Ein Keller irgendwo in Gera: Janusz Riese trägt Demo-Material nach draußen und lädt alles in ein Auto. "Braucht der DJ einen Tisch?", fragt eine Helferin. "Nimm ihn lieber mit", meint Riese. "Es gab schon Einsätze, da bin ich viermal zurück", bemerkt er und schleppt eine schwere Kiste die steile Treppe hoch. Zwei große Lautsprecher, einen Pavillon, einen Grill, Fahnen, Tische und mehrere Banner – all das brauchen sie für ihre wöchentliche Kundgebung am Theater. Heute sind sie nur zu zweit. "Das Verladen ist das Schlimmste daran", findet Riese.
Das Aktionsbündnis "Gera gegen Rechts" ist Anfang der Zehnerjahre bei den Protesten gegen das Neonazi-Festival "Rock für Deutschland" entstanden. Tausende Rechtsextreme kamen damals in Thüringens Otto-Dix-Stadt. Der Widerstand war groß. Seitdem ist auch Riese dabei und dauerhaft gefordert: Erst Thügida, später die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und schließlich rechte Montagsdemonstrationen.
Seit Dezember 2021 sammeln sich Neonazis Woche für Woche in Gera. "Das müssen wir doch blockieren", hieß es damals. Mit anderen organisierte Riese kurzfristig einen Gegenprotest. Drei Monate lang hielten sie mit einer Menschenkette dagegen. Irgendwann habe die Polizei gesagt: "Wir können sie hier nicht mehr schützen." Als die Situation zu eskalieren drohte, weil Rechte die Kundgebung beinahe überrannten, pausierte der Gegenprotest.
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