chrismon: Hat US-Präsident Donald Trump nun seine christlicher Wähler vergrault?
Thorsten Dietz: Im großen Ausmaß eher nicht. Wir haben in Deutschland eine Nachrichtenlage, in der immer die Sehnsucht spürbar ist, dass die US-Amerikaner doch jetzt endlich mal erkennen müssen, dass er verrückt ist, und ihn in Scharen verlassen. Aber das wird nicht passieren. Seine überzeugten Anhänger sind ihm weiterhin treu. Es könnte aber gut sein, dass er damit Menschen vergrault, die wir Wechselwähler nennen. Diejenigen, die ihn als bessere politische Option für Brot-und-Butter-Themen gewählt haben, die kann er durch so etwas schon verschrecken. Und die Ergebnisse bei Wahlen in den USA sind meistens knapp, das kann also durchaus entscheidend sein.
Als Trump das Bild von sich als Jesus postete, schlugen da auch in den USA die Wellen hoch?
Ja. Das Bild und der Streit mit Papst Leo haben auch in den USA hitzige Debatten erzeugt. Ich folge vielen seiner treuesten evangelikalen Anhängern. Albert Mohler etwa ist ein sehr einflussreicher Prediger der "Southern Baptists". Oder Lance Wallnau, der zur New Apostolic Reformation gehört und ein sehr einflussreicher christlicher Nationalist ist. Beide sind stramme Trump-Unterstützer. Und sie fanden schon seinen Post mit der "Auslöschung der Zivilisation" nicht gut …
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