Wie soll das Kind bloß heißen? Die Wahl des Namens fällt vielen Eltern schwer
Die Wahl des Namens fällt vielen Eltern schwer
Kati Szylagi
Babynamen
Wie soll das Kind bloß heißen?
Lieber ein unverfänglicher oder doch ein außergewöhnlicher Name? Hier sind sich viele Eltern uneinig. Stefanie Schardien weiß Rat
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Aktualisiert am 26.01.2026
2Min

Matthias H., Regensburg fragt:

Meine Frau und ich erwarten unser ­erstes Kind. Leider haben wir uns noch nicht auf einen Namen einigen können. Unsere Vorstellungen liegen weit aus­einander. Sie möchte einen möglichst ausgefallenen Namen, ich einen möglichst unverfänglichen, der wenig Angriffs­fläche bietet und leicht auszusprechen ist. Es gibt ein paar Kompromisse, die wir aber beide nur mittelmäßig finden. Sollten wir den Kompromiss wählen? Oder sollte eine/r von uns beiden nachgeben?

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Stefanie Schardien

Dr. Stefanie Schardien, geboren 1976, ist Theologin und seit 2024 Theologische Geschäftsführerin des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik. Zuvor war sie Pfarrerin in St. Michael in Fürth. Sie war Juniorprofessorin an der Universität Hildesheim für Systematische Theologie und arbeitete als Pfarrerin für Kindergottesdienst im Amt für Gemeindedienst der Bayerischen Landeskirche. Von 2019 bis Ende 2024 gehörte sie zum festen Team der ARD-Sendung "Das Wort zum Sonntag".

Stefanie Schardien antwortet:

Es ist eine der ersten großen Entscheidungen, die für das ganze ­Leben halten muss. Die eigentlich schöne Aufgabe der Namenswahl wird für viele Eltern zur Heraus­forderung. Auch weil biografische Erfahrungen hineinspielen: Wer selbst mit einem außergewöhnlichen Namen zu kämpfen hatte, plant womöglich für sein Kind etwas Gewöhnlicheres ein (so wurde ich übrigens eine "Stefanie" . . .).

Wer seinen eigenen Namen eher als Sammelbegriff empfand, bei dem sich stets fünf Kinder umdrehten, sucht vielleicht nach Außergewöhnlichem. Kompromiss­kandidaten ­wären für mich eine, aber nur zweit­beste Lösung. Jeden Tag einen nur halb geliebten Namen rufen? Nein, ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass Sie doch irgendwo auf einen Namen stoßen, der unkompliziert und besonders genug zugleich ist.

Stöbern Sie in alten Lieblingskinderbüchern. Auch manche biblische Namen genügen womöglich beiden Kriterien. Finden Sie nichts, dann könnte der bessere Kompromiss vielleicht in zwei Vornamen liegen, die dem Kind später die Wahl des Ruf­namens lassen.

Zur Beruhigung bitte erinnern: 1. Gut möglich, dass auch Ihr Kind trotz umsichtigster Auswahl irgendwann mal über seinen Namen ­jammert. 2. Die meisten Menschen ­arrangieren sich ganz gut mit ihren Namen. Und vor allem 3.: Was für ein Glück, dass Sie dieses Problem haben dürfen!

Dieser Text erschien erstmals am
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