Günter Wallraff trägt einen blauen Pullover und einen blauen Schal. Er sitzt an einem Tisch, auf dem Steine liegen.
Günter Wallraff an seinem Schreibtisch, umgeben von Natur- und Kultsteinen
Dirk von Nayhauß für chrismon
Günter Wallraff
Mit sechs ins Waisenhaus - das prägt fürs Leben
Der Vater krank, die Mutter musste arbeiten, so kam der kleine Günter Wallraff für einige Monate ins Waisenhaus. Diese Zeit wurde zum Antrieb für seine Arbeit als Investigativjournalist
Dirk von Nayhauß
17.07.2026
3Min

chrismon: In welchen Momenten fühlen Sie sich lebendig?

Günter Wallraff: Ich war Ausdauersportler, schaffte mit Mitte 50 den Marathon noch in 2 Stunden und 50 Minuten, bin später auch mal – mehr lustbetont mit Pausen – 100 Kilometer durch den Schwarzwald gelaufen, heute fahre ich noch 100 Kilometer mit dem Rad. Ich spüre mich intensiver, wenn ich an meine Grenzen komme.

Wer waren Sie, wer sind Sie?

Mir ist erst vor etlichen Jahren in einer Psychotherapie so richtig bewusst geworden, wie früh manches angelegt ist. Mit sechs Jahren kam ich für einige Monate aus wirtschaftlicher Not in ein katholisches Waisenhaus. Mein Vater lag im Krankenhaus, meine Mutter musste voll arbeiten. Uns wurde unsere eigene Kleidung abgenommen. Das war wie eine Entpersönlichung.

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