In der ersten Folge der Serie stellt sich Pia vor. Lesen Sie hier.
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Krebs verunsichert. Nicht nur die Kranken selbst, sondern auch ihr Umfeld. Das Thema ist ungemütlich, macht uns Angst. Wir fragen uns: Was kann ich sagen? Soll ich meine Hilfe anbieten? Was ist zu viel? Was zu wenig?
Und so eiern wir um die Person rum, immer mit dem Gefühl, nicht genug da zu sein oder was falsch zu machen.
Pia Pritzel
Nun bin ich selbst von Krebs betroffen. Kann ich dir deswegen eine Anleitung geben, wie man sich gegenüber Krebserkrankten verhält? Nein!
Denn so individuell der Krankheitsverlauf, genauso individuell ist der / die Erkrankte.
Vor ein paar Wochen noch habe ich sehr viel FreundInnenzeit gebraucht, aktuell habe ich keine Kraft für einen Austausch und brauche dafür Verständnis.
An einem Tag finde ich es supercool, wenn mich jemand in der Öffentlichkeit auf die Krankheit anspricht. Am nächsten Tag will ich nichts vom scheiß Krebs hören. Also bitte frag nicht.
Sätze wie ‚Du bist so stark‘ können an manchen Tagen beflügelnd sein, an anderen Tagen will ich einfach nur zurückbrüllen: Ich will nicht stark sein, ich habe keine andere Wahl!‘
Krebs und die dazugehörige Therapie bedeuteten für die meisten Erkrankten ein ständiges Ausbalancieren von Körper und Geist. Je länger die Therapie anhält, desto kniffliger wirds.
Du siehst, es gibt leider kein Schema F.
Aber was im Grunde immer geht, ist folgender Satz: Ich bin für dich da. Immer.

