Spendensammeln
Sportlich gegen den Krebs
Joggen, wandern, Rad fahren - und Spenden sammeln für die Krebshilfe: Birgit Makel hilft ehrenamtlich bei der jährlichen BIG Challenge Deutschland
Birgit Makel vom Organisationsteam der BIG Challenge Deutschland
Hannes von der Fecht
Tim Wegner
13.03.2026
3Min

chrismon: Wie funktioniert die Sportveranstaltung?

Birgit Makel: Der BIG-Challenge-Tag ist eine Initiative von Landwirten und rotiert zwischen den drei Standorten Bruchhausen-Vilsen, Grebendorf und meinem Heimatort Winnekendonk. Man kann über verschiedene Distanzen joggen, wandern, Rad oder E-Bike fahren. Alle sollen starten können, vom Einsteiger bis zum Marathonläufer. Bei uns melden sich auch solche, die gemütlich acht Kilometer zurücklegen. Alle Teilnehmenden müssen einen Mindestbetrag sammeln.

Welche Summe müssen die Startenden sammeln?

Erwachsene über 25 müssen 500 Euro sammeln, Jüngere 250 Euro. Das kann auch Gemeinschaftsgefühl schaffen. Wir haben gebastelt und unsere Werke auf dem Frühjahrsmarkt verkauft. Andere aktivieren Familie und Freunde, Arbeitgeber oder örtliche Unternehmen als Sponsoren. Wer seine Spendensumme bis zum Lauftermin im Sommer nicht ganz schafft, darf noch bis Ende August nachträglich weitersammeln.

Was machen Sie in Ihrem Ehrenamt?

Ich bin im Organisationsteam. Ich ordne die eingehenden Spenden in einem Excel-Dokument den Teilnehmenden zu und schicke ihnen jeden Monat eine Übersicht. Außerdem helfe ich bei der Betreuung der Website und bei Social Media. In meinem Heimatort Winnekendonk habe ich regelmäßig die Tombola betreut – sonst laufe und radle ich selbst mit.

Wie viel Zeit investieren Sie?

Jeden Monat mehrere Abende. Kurz vor der Veranstaltung wird der Aufwand mehr. In jedem Ort sind Helfer nötig, die auch dort wohnen: für den Auf- und Abbau, die Bestückung der Stände und der Versorgungspunkte. Das Orgateam setzt sich zusammen aus Menschen aus verschiedenen Orten.

Lesetipp: Ehrenamt gesucht? In der chrismon-Reihe "Ich mach das!" erzählen Ehrenamtliche, wie sie dazu gekommen sind und vor welchen Herausforderungen sie stehen

Wie sind Sie dazu gekommen?

Als die erste Veranstaltung in meinem Heimatort stattfand, wurden Helferinnen für die Tombola gesucht. Für mich hörte sich das nach einer guten Sache an. Das Team hat mich so herzlich aufgenommen. Ich merkte, dass technisch versierte Leute fehlten, und übernahm das gern – als Controllerin im öffentlichen Dienst ist Excel für mich kein Problem.

… und auch Social Media?

Da bin ich nicht so sehr Spezialistin. Aber meine Co-Zuständige, Josefine Büscher, hat tolle Ideen – ich helfe bei der Umsetzung und lerne ständig dazu.

"Es entsteht eine Demut vor der eigenen Gesundheit"

Birgit Makel

Wie kam es zu dieser Veranstaltung?

Einer der Vorstände, Georg Biedemann, ist Landwirt und radelte einmal bei der Vorbildveranstaltung in Frankreich mit. Das inspirierte ihn und andere Landwirte so, dass sie zusammen die Idee nach Deutschland holten. Den Bezug zur Landwirtschaft merkt man immer noch, an den Sponsoren, im Organisationsteam und an den Versorgungspunkten helfen immer wieder gerne die Landfrauen. Aber die BIG Challenge ist offen für alle und macht keine Unterschiede. Ich selbst habe auch keinen Bezug zur Landwirtschaft.

Was ist schön am BIG-Challenge-Tag?

Die Atmosphäre, die familiäre Stimmung. Man kommt sofort ins Gespräch, jeder treibt Sport und weiß, er tut was Gutes für sich und andere. Das schafft auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl.

Welche Eigenschaften helfen Ihnen?

Kreativität, Excel-Kenntnisse, Know-how für Digitales und unbedingt Kommunikationsbereitschaft. Wir tauschen uns sehr viel aus und versuchen, alles wirklich gemeinsam zu machen. Das spürt man auch am BIG-Challenge-Tag: Unser Team funktioniert wunderbar, jeder ist für alle da, kann Ideen beisteuern. Man spürt, dass alle da Herzblut einbringen.

Treffen Sie auch auf Betroffene?

Immer wieder hat jemand Betroffene im eigenen Team. Es entsteht eine Demut vor der eigenen Gesundheit und fördert die Motivation. "Krebshilfe" ist für mich nicht mehr nur ein Begriff, man sieht, was dahintersteckt.

Was nervt?

Leider kann man nicht immer gut planen, welche Aufgaben anstehen und wie sie in den Alltag passen.

Was hat Sie überrascht?

Immer wieder überrascht mich, wie viele seit 2014 Jahr für Jahr teilnehmen. Aber auch, wie viele Aufgaben sich bei der Organisation bis zum BIG-Challenge-Tag ergeben. Und wie vielen Teilnehmenden der Ablauf noch nicht klar ist, obwohl wir häufige Fragen sammeln und beantworten. Es steckt so viel Organisation in diesem Event. Am BIG-Challenge-Tag sieht man dafür all die glücklichen Gesichter, das ist das Allerschönste.

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