Soll ich wirklich vom Sofa runter?
Ja. Autoritäre Verhältnisse können auch Leuten gefährlich werden, die sich immer abseits gehalten haben. Also heraustreten aus der Gleichgültigkeit! Empört über die "Remigration"-Fantasien von Rechtsextremen gingen Anfang 2024 Millionen Menschen auf die Straße. Mit der Zeit ebbten die Teilnahmezahlen ab – man hat ja noch anderes zu tun im Leben –, aber Engagement für unsere Demokratie ist nötig.
Allein auf die Demo, sieht das nicht komisch aus?
Nein, das findet niemand merkwürdig, es sind viele Menschen allein da. Außerdem steht man keineswegs so ratlos herum wie auf einer Party, auf der man niemanden kennt – man hört Reden zu, kann klatschen, meist gibt es einen Umzug, man ist also "beschäftigt". Lustiger ist es natürlich, mit Menschen, die man kennt, auf eine Demo zu gehen – da könnte man zum Beispiel Freunde fragen, eine Arbeitskollegin, den Nachbarn.
Muss ich die ganze Zeit mitlaufen?
Nein, Abkürzen ist erlaubt. Man kann sich zwischendurch auch ins Café setzen und zur Abschlusskundgebung wieder dazukommen. Oder nur bei der Auftaktkundgebung dabei sein. Meist werden die Demo-Teilnehmenden auch schon am Anfang gezählt.
Mit Rolli oder Kinderwagen auf die Demo?
"Ja klar", sagt Katharina Schwabedissen, Jahrgang 1972. Sie war früher selbst mit Kinderwagen auf Demos unterwegs. Schwabedissen hat als Sprecherin von "Widersetzen" eine große Demo gegen einen AfD-Parteitag in Essen mitorganisiert. "Wenn wir wirklich eine breite Front gegen den Faschismus aufbauen wollen, müssen unsere Aktionsformen so achtsam sein, dass auch Menschen mitmachen können, die Barrierearmut brauchen." Da tue sich endlich was.
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