Welcher Widerstand ist legitim?
Lena Gerlach, PR
Sprachstunde - Folge 30: Widerstand
Sprachstunde - Folge 30
Gelbwesten, Fridays for Future, Querdenker - viele Menschen sehen sich im Widerstand. Aber wann ist Widerstand legitim und wann nur "egoistischer Radau"? Das erklärt Helmut Ortner in der Sprachstunde mit Ursula Ott.
Tim Wegner
27.04.2022

"Gerade in einer Demokratie, einer offenen Gesellschaft spielt Widerstand eine wichtige Rolle", sagt der Autor Helmut Ortner. Etwa, weil er Defizite im politischen System deutlich mache.

Privat

Helmut Ortner

Helmut Ortner, Jahrgang 1950, ist Journalist, Autor und Medienentwickler. Er veröffentlichte mehr als zwanzig politische Sachbücher und Biografien, unter anderem "Widerstreit. Über Macht, Wahn und Widerstand", "Georg Elser. Der einsame Attentäter – Der Mann, der Hitler töten wollte" und zuletzt "Der Hinrichter. Roland Freisler – Mörder im Dienste Hitlers" (Nomen-Verlag). Ortner lebt und arbeitet in Frankfurt und Darmstadt.
Tim Wegner

Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und der digitalen Kommunikation im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen. 2020 und 2021 wurde sie unter die 10 besten Chefredakteur*innen des Jahres gewählt. 2019 schrieb sie den Bestseller "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume. Vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren".

"Politischer Widerstand kann ein Akt sozialer Notwehr sein. Bürger begehren gegen die Machthaber auf, mit deren Politik sie nicht einverstanden sind. Die Spanne reicht von gewaltfreien Aktionen bis zur Revolte. Wann Menschen das Recht zum Auflehnen haben, ist immer umstritten", sagt Ortner im Podcast. "In unserer Demokratie hat man verbrieft das Recht zu demonstrieren, die Herrschenden infrage zu stellen. Das ist richtig und wichtig und verteidigungswürdig."

Wenn sich aber Menschen als Widerstandskämpferinnen inszenieren und sich mit historischen Figuren wie Sophie Scholl vergleichen, geht das für Ortner, der auch ein Buch über den Hitler-Attentäter Georg Elser geschrieben hat, zu weit. "Hier wird in einer historischen Ahnungslosigkeit oder Dreistigkeit der Begriff Widerstand missbraucht."

Wo die Grenzen des Widerstandsrechts liegen, warum Deutschland keine Diktatur ist, wie viele Querdenker behaupten, was legitimer Widerstand ist und was nur "egoistischer Radau", bespricht Ortner mit chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott in der 30. Folge der Sprachstunde.

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.