Illustration zeigt eine Gruppe Menschen, die eine übergroße Friedenstaube tragen. Auf der Friedenstaube liegt eine zufriedene Person und ruht sich aus.
Kati Szilagyi für chrismon
Wehrdienst
Verweigerungstaktik
Der Opa fordert, dass seine Enkel ihr Land schützen und Wehrdienst leisten. Die wollen das aber nicht. Wie lässt sich das Dilemma auflösen?
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04.11.2026
2Min

Matthias B. aus Stuttgart fragt:

Mein Schwiegervater war früher Kriegsdienstverweigerer. Nun verlangt er plötzlich auf Familienfeiern, dass seine Enkel der Wehrpflicht nachkommen und ihr Land schützen. Ich bin entsetzt. Ich will auf keinen Fall, dass meine Söhne zur Bundeswehr gehen. Und sie wollen es auch nicht. Wie kann ich dieses Dilemma auflösen?

Stefanie Schardien antwortet:

Ich sehe erst mal kein Dilemma: Denn alle Volljährigen entscheiden ja selbst, ob sie Wehrdienst leisten möchten. Vor dem 18. Geburtstag müssten Sie als Eltern einer Verpflichtung zustimmen. Ihr Schwiegervater darf also gern seine Wünsche kundtun; entscheiden kann er, schließen wir einmal unlautere Erpressung durch Enterbung oder Ähnliches aus, nichts.

Möglicherweise empfinden Sie aber als Dilemma, was sich an den widersprüchlichen Positionen Ihres Schwiegervaters spiegelt und was viele von uns umtreibt: In Friedenszeiten ließ sich der Wehrdienst leicht ablehnen. Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den geopolitischen Veränderungen stellt sich die Frage schmerzhaft neu, ob und wie wir als Bürger und Bürgerinnen viel aktiver werden müssen, um Frieden und Sicherheit zu schützen.

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Sie könnten eine Runde mit Ihrem Schwiegervater und Ihren Söhnen einberufen, um darüber zu diskutieren. Wie schaffen wir es, dass die ältere Generation, die von Frieden und Wohlstand sehr profitierte, sich heute ebenfalls einbringt? Warum hat der Schwiegervater sich damals für die Verweigerung entschieden, warum hat er seine Meinung geändert? Welche Argumente zählen für Sie? Wie sehen Ihre Söhne das? Je transparenter und offener alle zu Wort kommen können, umso besser.

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