Angst vor Bedeutunglosigkeit
Werde ich noch gebraucht als Rentnerin?
Die anderen denken, Rente ist doch super. Aber was, wenn beim Abschied aus dem Job Panik hochkriecht? Wie ich lernte, den Absturz in die Leere zu verhindern – und plötzlich Laternenmasten schrubbe
Neurentnerin Christine Holch auf ihrer Terrasse
Jana Margarete Schuler für chrismon
Tim Wegner
Anna Gojowsky
16.04.2026
9Min

Ich war nicht bereit für die Rente. Ich hatte keinen Plan und schlimmste Befürchtungen: Ich werde in Depression versinken, gerade noch Chefreporterin, jetzt völlig bedeutungslos. Ich werde meine Tage verdaddeln und mir ein Instagram-Kurzvideo nach dem anderen reinziehen, in Schlumpfklamotten durch die Wohnung schlurfen, jeden Tag eine Tüte Gummikram vertilgen.

Und dann diese sehnsüchtig-neidischen Augen der anderen! Ich hatte im Team erwähnt, dass ich in einem Jahr in Rente gehen würde, ganz regulär mit 66 Jahren und zwei Monaten. Die Augen schienen zu sagen: "Jeden Tag Wochenende!" Was ich dann vorhätte? In mir stieg Panik hoch.

Nach einer Weile hatte ich mich so weit im Griff, um heiter sagen zu können: "Keine Ahnung, ich lass das einfach auf mich zukommen." Wie wenn ich eine entspannte Type wäre!

Finanzen klären

Schon verlangten meine diversen Altersvorsorge-Versicherungen eine Entscheidung von mir: Soll das angesparte Geld auf einen Haps ausgezahlt werden oder monatlich als magere Rente? Wie soll ich das bloß entscheiden, ich kann mir gerade überhaupt keine Zukunft vorstellen! Die örtliche Verbraucherzentrale muss mich retten.

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