Mit Ihrem Buch "Anders" wollen Sie erklären, warum die Gesellschaft in vielen Fragen gespalten ist und wie es gelingen kann, Konflikte zu überwinden. Dabei geht es auch um die Rolle von Angst und Wut. Warum ist es Ihnen als Psychologe wichtig, zwischen diesen beiden Gefühlen zu unterscheiden?
Bertolt Meyer: Angst und Wut sind emotionale Reaktionen auf das Gefühl von Bedrohung. Aber Angst ist ein zurückziehendes Gefühl, Angst macht vorsichtig. Menschen, die ängstlich sind, suchen Informationen über Ursachen der Bedrohung und Möglichkeiten, mit ihr umzugehen. Angst kann sogar geistig flexibel und offen für Neues machen.
Und Wut?
Wut ist ein aktivierendes Gefühl. Angst kann lähmen, aber Wut kann zu aggressivem Handeln motivieren. Es gibt eine aktuelle Studie, in der das Wahlverhalten in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien untersucht wurde. Es geht um die Frage: Warum wählen Menschen Rechtspopulisten?
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