chrismon: Was hätten Sie gern schon mit 16 gewusst?
Frank Schätzing: Wie unnötig meine Ängste sind. Also die Sorte Ängste, die jeder Teenager hat: Ob man genügt, wie man das Leben meistern soll. Nicht gerade meine Lieblingszeit, was auch damit zu tun hatte, wie das Leistungssystem ausgerichtet war. Wir hatten zu lernen, womit man nach damaliger Auffassung sich und seine Familie würde ernähren können. Dazu gehörten eindeutig nicht Kunst, Musik, Philosophie.
Haben Sie eine Vorstellung von Gott?
Ich denke, kein Gott hat uns erschaffen, sondern wir haben uns Götter erschaffen, um uns unsere Herkunft zu erklären. Jetzt kommt das große Aber: Wir leben in einem Universum, das Teil eines unendlichen Multiversums ist. Wo kommt das her? Insofern wäre ich geneigt zu sagen: Warum sollte dahinter nicht eine höhere Intelligenz stecken? Von der man wieder fragen kann, woher die eigentlich stammt. Die können wir meinetwegen gern Gott nennen. Ich denke aber auch: So tröstlich der Glaube an ein höheres Wesen sein kann, dient er doch letztlich dazu, einer höheren Instanz für alles und jedes Verantwortung zuzuschanzen. Man lehnt sich zurück und sagt: Ich kann eh nichts tun, es liegt in Gottes Hand.
4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.
Der Mensch ist ein…
Der Mensch ist ein biologisches Wesen , der Körper und Geist aus Milliarden von Zellen besteht, die zeitlich begrenzt den Menschen am Leben erhalten können.
Länger Leben ist nichts weiter, als die Angst vor dem Tod zu entgehen, ist eine einzigartige Illusion. In den Rückspiegel der Lebensspanne zu schauen, Zeit genug gab es um in Frieden mit sich selbst und anderen zusammen zu Leben.
Länger Leben ist jeder Tag - so retten wir uns selbst- die Welt macht alles ausserhalb meiner Reichweite des Alltags weiter - ob es mir gefällt oder auch nicht.
GRENZEN AKZEPTIEREN IST DER Raum an Freiheit. GRENZEN überschreiten nimmt die Freiheit des anderen.
Helden leben nicht, sie sterben eher auf dem Schlachtfeld in Kriegen.
Mit freundlichen Grüßen Thomas Bartsch Hauschild
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können