Tabu Geschwisterliebe
Brüderchen und Schwesterchen
Als Jugendlicher schleicht Robert zu ihr ins Bett, bedrängt sie. Antonia gibt nach, denn sie liebt den Bruder über alles. Im Alter gesteht Antonia ihrem Vater, einem Pfarrer, die inzestuöse Beziehung. Seine Reaktion überrascht sie. Ein Auszug aus dem Buch "Trotzdem: Liebe"
Ein Auszug aus dem Buch "Trotzdem: Liebe"
Jahrzehntelang hielt sie diese Liebe geheim. Bis ihr Vater sie plötzlich darauf ansprach
Heidi Licht
Aktualisiert am 19.05.2026
9Min

Es geschieht viele Jahrzehnte später. Da ist ihr Vater 96 Jahre alt. Er ist nach wie vor klar bei Verstand und seine aufrechte Haltung noch immer die des ehemaligen Pastors, der seiner Gemeinde mit Disziplin und Selbstbeherrschung vorsteht.

Antonia selbst ist zu diesem Zeitpunkt 62 Jahre alt. ­Sie besucht ihn jede Woche in seiner Wohnung, in der er immer noch alleine lebt. Dann holt sie ihn, wie jetzt auch, zu einem Spaziergang ab, und sie gehen langsam den ­üblichen Feldweg entlang.

Er unterbricht seinen Schritt nicht, als er ihr plötzlich die Frage stellt, auf die sie seit über vierzig Jahren gewartet hat. "Was ist zwischen Robert und dir gewesen?" Sie weiß sofort, was er meint. "Hast du eine sexuelle Beziehung mit deinem Bruder gehabt?"

Es ist wie eine Erlösung. Wie eine Tür, die sich endlich öffnet. Sie sagt: "Ja. Robert und ich haben viele Jahre ein sexuelles Verhältnis gehabt. Bis zu seinem Tod."

chrismon Spendenabo doppeltgut
doppeltgut
Digitales Spendenabo abschließen und weiterlesen

4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.

Produktinfo

Elisabeth Pfister, "Trotzdem: Liebe. Wahre Geschichten",
Klöpfer & Meyer Verlag, 312 S., 24 €

Dieser Text erschien erstmals am
Die Kommentarfunktion ist nur noch für registrierte Nutzer verfügbar. Um einen Leserkommentar schreiben zu können, schließen Sie bitte ein Abo ab, schreiben Sie uns eine Mail an leserpost@chrismon.de oder diskutieren Sie auf Instagram, Facebook und LinkedIn mit.